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Bahn verschiebt Entlastung für Brandenburg – volle Wiedereröffnung erst am 14. Juni

Die Bahn will die Strecke Hamburg–Berlin erst am 14. Juni vollständig wieder in Betrieb nehmen – sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Für die Fahrgäste in Brandenburg bedeutet das: Sie müssen bis dahin weiter mit Umwegen, längeren Fahrzeiten und einem problematischen Ersatzverkehr leben, während zugleich hohe Mehrkosten für das Land entstehen. Dazu Infrastrukturminister Detlef Tabbert.

„Die heute von der Bahn vorgestellte Perspektive ist für viele Menschen in Brandenburg eine große Enttäuschung. Unsere Pendlerinnen und Pendler leiden weiter bis zur vollständigen Wiedereröffnung am 14. Juni im Ersatzverkehr, obwohl sie seit Monaten besonders stark von der Sperrung der Achse Hamburg–Berlin betroffen sind. Das ist den Menschen in Brandenburg nur schwer zu vermitteln.

Dass die volle Wiederinbetriebnahme der Strecke nun bis zum 14. Juni 2026 dauert und damit deutlich später kommt als ursprünglich angekündigt, bedeutet weitere Wochen mit längeren Reisezeiten, Umwegen und Unsicherheit. Viele Fahrgäste haben ihren Alltag, ihre Arbeitswege und Familienabläufe bereits umfassend umstellen müssen – und bekommen jetzt erneut die Botschaft: Es dauert noch länger. Diese zusätzlichen Belastungen tragen unsere Bürgerinnen und Bürger, nicht die Bahn.

Besonders problematisch ist, dass dieser verlängerte Zeitraum weiterhin von einem Ersatzverkehr geprägt ist, der die reinste Zumutung ist. Berichte über alte, wenig komfortable Busse, über Ausfälle und mangelhafte Fahrgastinformation zeigen klar: Die Qualität entspricht nicht dem, was die Menschen zu Recht erwarten dürfen. Für diese Qualität hat Brandenburg kein Geld bereitgestellt. Hier stehen die Bahn und ihre Auftragnehmer in der Verantwortung, die zugesagten Standards endlich verlässlich einzuhalten.

Gleichzeitig sollen die Länder einen erheblichen Teil der Kosten für den Schienenersatzverkehr schultern, obwohl sie weder über Bauumfang noch über Sperrzeiten entscheiden. Das ist ein Ungleichgewicht, das wir nicht einfach hinnehmen können. Wenn Bund und Bahn eine Generalsanierung mit Vollsperrung organisieren, dann müssen sie sich auch an den finanziellen Folgen angemessen beteiligen und dürfen die Länder nicht auf den Mehrkosten sitzen lassen.

Die Bahn hat heute einen neuen Zeitplan vorgelegt – darauf müssen sich die Menschen nun verlassen können. Entscheidend ist jetzt, dass dieser Zeitplan eingehalten wird und dass die Qualität des Ersatzverkehrs kurzfristig deutlich verbessert wird. Brandenburg steht zur Generalsanierung, weil wir am Ende eine zuverlässige, leistungsfähige und zukunftsfähige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin brauchen. Aber der Weg dorthin darf nicht länger dauern als unbedingt nötig und nicht auf dem Rücken der Fahrgäste und Länder ausgetragen werden.

Ich gehe davon aus, dass der 14. Juni nicht noch weiter verschoben wird. Das erwarte ich von der Bahn!“

Foto: Pixabay.com