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VBB: Kommen höhere Preise?

Am heutigen Mittwoch entscheidet der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) aus Vertretern Berlins, Brandenburgs und den Städten und Kommunen über eine Anhebung der Tarife im Nahverkehr. Eine Anhebung der Tarife ist wahrscheinlich, die Linke und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sind dagegen.

Vor allem die vielen kleinen Busbetriebe in Brandenburg leiden hart unter der Coronakrise und fordern eine Anhebung. Debattiert wurden zuletzt zwei Varianten: höhere Preise für Einzelfahrscheine oder für Zeitkarten. In den vergangenen Jahren wurden die Tarife für Zeitkarten bereits mehrfach erhöht – dies verspricht sichere Einnahmen, allerdings auf Kosten der Stammkunden. Zuletzt stiegen die Preise am 01. Januar 2020.

Die Linke in beiden Bundesländern fordert, auf die Erhöhung zu verzichten. In Brandenburg beantragte sie, dass die Landesregierung als Mitgesellschafter im VBB-Aufsichtsrat einer Fahrpreiserhöhung nicht zustimmen solle. Nach Informationen der Linkspartei plane der Verbund zum 1. Januar eine Anhebung der Fahrpreise in Höhe von 2 bis 2,4 Prozent, so Christian Görke, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion. Dagegen sprachen sich die Vertreter der Potsdamer rot-schwarz-grünen Koalition gegen einen Verzicht auf eine Tariferhöhung aus.

Auch der Berliner Linken-Landesverband lehnt eine Tariferhöhung ab. „Fahrpreiserhöhungen haben wir gemeinsam als Rot-Rot-Grün ausgeschlossen, bis ein neues Preismodell da ist. Das ist mit uns nicht zu machen“, so der Vize-Landesvorsitzende Tobias Schulze via Twitter.

Auch der Verkehrsclub Deutschland stellt sich gegen diese Überlegungen: Schon Anfang des Jahres seien die Fahrpreise für Nahverkehrstickets erhöht worden; besonders für den Tarifbereich C. So kostet die ABC-Abo-Umweltkarte – das Pendlerticket schlechthin – seit 1. Januar 1.008 Euro statt wie vorher 992 Euro. „Mit jeder Preiserhöhung überlegen sich Menschen, ob sie weiter mit Bus und Bahn fahren. Angesichts der Corona-bedingten Rückgänge bei den Fahrgastzahlen ist eine erneute Fahrpreiserhöhung deshalb absolut kontraproduktiv,“ kritisiert Timm Buchholz, stellvertretender Landesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD in Brandenburg und Mitbegründer der Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt“ „Um die Verkehrswende voranzubringen, müssen wir alles tun, um Fahrgäste zurück zu gewinnen und neue Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr zu begeistern.“ ph/PM

Symbolbild: Philipp Hochbaum