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„Stahnsdorf“: Zurückbleiben bitte

Seit dem 07. Mai fährt eine S-Bahn der Baureihe 481 durch Berlin und das Umland. Hält sie bis mindestens 2032 durch, endet die Fahrt tatsächlich in Stahnsdorf: Dann soll die Anbindungs ans S-Bahn-Netz fertig sein.

Stahnsdorf soll ans S-Bahn-Netz und hat dafür am Sonnabend (07. Mai) ein Zeichen gesetzt. Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU), der DB-Konzernbevollmächtigte für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek, S-Bahn-Chef Peter Buchner und Pro-S-Bahn-Vereinsvorsitzender Thomas Ehrich tauften gemeinsam mit Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers am Vormittag auf dem B ahnhof Potsdam-Babelsberg mit Sekt
einen S-Bahn-Zug auf den Namen „Stahnsdorf“.

Zum Rahmenprogramm steuerte die Gemeinde ein Udo-Lindenberg-Double bei. Interpret Torsten Exler ließ auch ohne ein „ Panikorchester“ an seiner Seite die Stimmung bei der hitverdächtigen Nummer „Sonderzug nach Stahnsdorf“ brodeln. Auch eine handgefertigte Torte in Form eines S-Bahn-Wagens sowie das notwendige „Taufwasser“ der Marke „Sonderschluck für Stahnsdorf“ waren Bestandteil der Organisation durch die Gemeindeverwaltung.

Hintergrund der Feierlichkeit ist, dass die Gemeinde im Rahmen des Schieneninfrastrukturprogramms i2030 einen S-Bahn-Anschluss erhält – die Vorplanungen
dazu haben begonnen. Die Finanzierung des Planungsschrittes sichert das Land Brandenburg ab. Ab 2032 soll die S-Bahn-Linie 25 über Teltow Stadt hinaus bis nach Stahnsdorf fahren.

Für den zweigleisigen Ausbau der S-Bahn zwischen Südende und Lichterfelde Ost hat das Land Berlin die Finanzierung der Vorplanung übernommen. Damit werden zwei wesentliche Bedingungen geschaffen, um zukünftig einen stabilen 10- Minuten-Takt auf der S25 bis Stahnsdorf zu ermöglichen. Mit dem Abschluss der Planungen und dem Erhalt aller behördlichen Genehmigungen wird nach aktuellem Stand im Jahr 2028 gerechnet. Die Inbetriebnahme ist mit Absicherung der Finanzierung für 2032 angestrebt.

Der S-Bahn-Anschluss soll die Mobilität der aktuell über 16.200 Einwohner Stahnsdorfs entscheidend verbessern. Geschätzte 5.500 bis 6.000 von ihnen pendeln täglich, davon knapp die Hälfte nach Berlin, und die meisten mit dem Auto. Im Berufsverkehr kommt es oft zu Stau. Bis die erste Bahn in Stahnsdorf einfährt, wird nun ein frisch sanierter Zug der Baureihe 481 mit dem Namen der Gemeinde als Botschafter in Berlin und Umland unterwegs sein. Der Zug „Stahnsdorf“ kommt auf der Linie S7 (Ahrensfelde – Potsdam) zum Einsatz.

Bernd Albers, Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf: „Wir wollen den Verkehr von der Straße bringen und auf nachhaltige Weise entwickeln. Dafür ist die Verlängerung der S-Bahn-Linie 25 nach Stahnsdorf unverzichtbar. Seit vielen Jahren arbeitet die Verwaltung hart daran und ich bin dankbar für diese Unterstützung. Den symbolischen Akt einer Zugtaufe verstehe ich als Auftrag, den Wiederanschluss unseres Ortes an das Berliner S-Bahn-Netz weiter zu forcieren.
Ich zähle dabei auf die Unterstützung aller Beteiligten.“

Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg fügte hinzu: „Dass wir dem Ziel der S-Bahn-Verlängerung nach Stahnsdorf Schritt für Schritt näher kommen, wird mit der heutigen Zugtaufe für alle sichtbar. Ab sofort rollt der Name Stahnsdorf auf einem Zug
der Berliner S-Bahn durch die Hauptstadt und Umgebung. Im Rahmen von i2030 stellen wir als Land rund sechs Millionen Euro für die Planung bereit. Mit der Verlängerung entfällt für viele Pendlerinnen und Pendler die bisher umständliche Fahrt nach Teltow [sic] in die Berliner Innenstadt. Damit steigt die Attraktivität der gesamten Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf weiter.“

DB-Konzernbevollmächtigter Alexander Kaczmarek: „Die Mobilitätswende gelingt nur mit einer starken Schiene, mit mehr umweltfreundlichem Verkehr auf mehr moderner Infrastruktur. Dafür stellen wir mit i2030 die Weichen. Der S-Bahn-Anschluss von Stahnsdorf ist ein wichtiger Bestandteil dieses Konzeptes.“ S-Bahn-Chef Peter Buchner: „Schneller als mit der S-Bahn kommen die Stahnsdorfer nicht in die Berliner Innenstadt – in 30 Minuten ist man dann am Potsdamer Platz. So werden hoffentlich viele ihr Auto künftig stehenlassen – ganz im Sinne des Klimaschutzes.“ PM

Bild: Gemeinde Stahnsdorf