Klimawandel: Bioenergie spielt große Rolle

Artur Auernhammer ist seit Dezember 2015 Vorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie e.V. (BBE). Außerdem kennt man ihn als CSU-Bundestagsabgeordneten für die Stadt Ansbach, den Landkreis Ansbach und den Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen. Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2019 veranstaltete der BBE in Kooperation mit weiteren Biokraftstoff-Verbänden am 21. und 22. Januar den 16. Internationalen Fachkongress für Erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2019“ im CityCube in Berlin. 

Im Nachgang blickt Auernhammer auf die Konferenz und die wesentlichen Herausforderungen zurück. Im Deutschen Bundestag sprach der Teltower Stadt-Blatt Verlag mit ihm über den Stellenwert der mit mehr als 600 registrierten Teilnehmern aus dem In- und Ausland gut besuchten Veranstaltung. „Sie ist in Europa der zentrale Treffpunkt und zugleich die branchenübergreifende Kommunikationsplattform für eine erneuerbare und nachhaltige Mobilität“, schwärmte er. Und weiter: „Der globale Klimaschutz und eine auch sozialverträgliche Energiewende gehören zu den zentralen und bedeutendsten gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Herausforderung ist auch Akzeptanz zu vermitteln, um alle gesellschaftlichen Gruppen für eine Verkehrswende mitnehmen zu können.

Das Erreichen des 2030-Ziels im Klimaschutzplan 2050 für den Sektor Verkehr erfordert allein für Deutschland eine Reduktion der jährlichen Treibhausgasemissionen von 65 bis 68 Mio. Tonnen gegenüber 1990.

Aber bislang hat es keine Fortschritte gegeben: Tatsächlich lag der jährliche Treibhausgasausstoß im Jahr 2016 sogar um 0,5 Prozent höher als 1990. Aufgrund ihres hohen CO2-Minderungspotenzials bei den vorhandenen Antriebstechnologien sind Biokraftstoffe unverzichtbar für den Klimaschutz im Verkehrssektor. Aktuell stellen sie etwa 90 Prozent des Endenergieverbrauchs an erneuerbaren Energien im Verkehr, wodurch im Jahr 2017 in Deutschland rund 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente eingespart wurden.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollte der Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehrssektor daher von 10 Prozent in 2020 auf stufenweise bis auf 20 Prozent in 2030 angehoben werden. Gleichzeitig muss meines Erachtens das Engagement der Fahrzeugindustrie gefördert werden, für mehr Klimaschutz im Verkehr zu sorgen, indem höhere Biokraftstoffanteile auch auf die neuen CO2-Flottenemissionswerte der EU, insbesondere bei Nutzfahrzeugen, angerechnet werden.

Für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung einer nachhaltigen Verkehrs- und Klimaschutzpolitik führt auch in den kommenden Jahrzehnten daher kein Weg an den Biokraftstoffen vorbei.

Insgesamt ist die Bioenergie im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt ein wichtiger Grundpfeiler der Energiewende. Sie ist speicherfähig, spendet Wärme, trägt zur Netzstabilität bei und liefert nachhaltige Biokraftstoffe für die Mobilität.

Im Blick auf die Klimaschutzpläne 2030 und 2050 und darüber hinaus wird die Bioenergie für unsere Industrie und die Bürgerinnen und Bürger wichtige Rollen übernehmen können und müssen, wenn wir den Klimawandel erfolgreich gestalten wollen. Der BBE ist mit seinen Mitgliedern der Garant für eine tragende Rolle der Bioenergie in unserer Gesellschaft.“

Text: Volkert Neef/ Foto: Ralf Flucke