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Mit Geparden kuscheln

Wer möchte nicht einmal neben einem an Menschen gewöhnten wilden Tier am Morgen aufwachen, Geparden und Löwen streicheln ohne Angst? In der Harnas Wildlife Foundation in Namibia ist es möglich.

Von Uschi Lang

Die Foundation umfasst ein Gebiet von 10.000 Hektar und ist im Besitz der Familie van der Merwe. Die van der Merwes haben sich Zeit ihres Lebens um Wildtiere, vor allem um kranke, pflegebedürftige oder verwaiste gekümmert. Ihr Engagement sprach sich im südlichen Namibia sehr schnell herum – mit dem Ergebnis, dass im Laufe der Zeit immer mehr Pflegetiere nach Harnas kamen.

Durch das Ansteigen der vielen Pfleglinge stiegen die Kosten für Futter, Unterbringung, Gehege und tierärztliche Behandlungen enorm an. Das führte dazu, dass die Konzentration auf die Wildtiere zu einem finanziellen Problem wurde, das nur dadurch gelöst werden konnte, dass man die Harnas Foundation für Gäste und Volontäre öffnete. Der Tourismus brachte für die neu errichteten Gästehäuser Besucher, die am Farmleben teilnehmen können und somit auch die dringend notwendigen Devisen zur Erhaltung der Stiftung Manguste.  Zurzeit leben etwa 700 Tiere auf Harnas: vom kleinen Erdmännchen und Zebramangusten über Löffelhunde, Wildhunde, Karacals, Strauße, Haustiere bis hin zu Löwen, Cheetahs, Äffchen und Leoparden. Die Tierklinik der Farm ist weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Auf der Harnasfarm kann man u.a. die „Geburt von Tierbabys erleben, an Fütterungen teilnehmen, viel Wissenswertes über Tiere und das Auswildern erfahre , Spaziergänge mit ihnen unternehmen, sich um verletzte Tiere kümmern oder an der Suche verschwundener Tiere beteiligen“, wie beispielsweise das Warzenschwein Pheebie finden, das urplötzlich verschwunden war. Zusammen mit Volontären, Gästen und Mitarbeitern machte man sich auf die Suche; doch der Tag verging ohne Hinweis auf den Verbleib des Borstenviehs. Erst spät abends stieß man durch Zufall auf eigenartige Laute – aus einem der leerstehenden Gästehäuser. Pheebie war auf einer seiner legendären Entdeckungstouren auf eine offenstehende Tür gestoßen, die das neugierige Warzenschwein einlud, hinein zumarschieren. Als die Tür zufiel, konnte sich Pheebie nicht mehr befreien und legte sich ganz gemütlich in eines der freien Betten und ruhte  wohl. Als es gefunden wurde, bedankte es sich mit einem kräftigen Grunzen für seine Rettung.

Zu den Highlights der Farm gehört sicherlich die Übernachtung für Volontäre im Gehege unter dem sternenklaren Nachthimmel Namibias.  Es gibt auf Harnas immer wieder die Möglichkeit, mit Tieren – die an die Menschen gewöhnt sind – zu arbeiten. Beispielsweise Athino: ein junger Gepard, der sich riesig freut, wenn man mit ihm spazieren geht, er gebürstet wird oder sich an warme Menschenkörper schmiegen kann. Seine Zuneigung zeigt er deutlich durch lautes Schnurren und Hautablecken mit seiner rauen Wildtierzunge. Neben einem schlafenden Cheetah – unter dem afrikanischen Nachthimmel mit Millionen von Sternen – zu liegen, auch wenn der Boden – trotz Schlafsack  – noch so kalt und hart ist und man frühmorgens seine morschen Knochen spürt wird zu einem einzigartigen Erlebnis, das man in seinem Leben nie mehr vergessen wird. Oder das Übernachten mit den kleinen Affenbabys, die bis spät in die Nacht hinein herumtollen und die sich im Schlaf an den Menschen anklammern, wird zu einem nie enden wollenden Glücksgefühl. In Namibia ist man sehr froh, dass es die Harnas Foundation gibt: einerseits, weil sie sich um die verwaisten/verletzen Tiere kümmert, für die der Staat keine Ressourcen hat, seien es verbeamtete Tierpfleger oder die Finanzierung von weiteren offiziellen Auffangstationen, und andererseits, obwohl die Foundation selbst finanzielle Zuwendungen für ihren Erhalt benötigt, sie schon aufgrund  ihrer Existenz und ihresm Bekanntheitsgrades  ein Plus für den Tourismus im ganzen Land bedeutet.

Namibia liegt im südwestlichen Teil  Afrikas, zur Gänze am Atlantik mit herrlichen Stränden, großen Wüsten und hohen Gebirgen, und dazwischen immer wieder mit riesigen, mehrere tausend Quadratkilometer großen Savannen. Namibia mit einer Fläche 824,116 Quadratkilometern  ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland und zehnmal so groß wie Österreich. Auf dieser Fläche leben ca. 2,3 Millionen Einwohner, die meisten davon in den Städten, vor allem in der Hauptstadt Windhoek. Namibia war bis 1915 die Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Deutsch blieb bis 1990 neben Afrikaans und Englisch  Amtssprache. Seit dem namibischen Befreiungskampf und der Unabhängigkeit 1990 ist allein Englisch Amtssprache, daneben gibt es noch lokale Sprachen. Im öffentlichen Leben blieb jedoch Deutsch eine wichtige Verkehrssprache vor allem in der Wirtschaft und im Tourismus. Zusätzlich findet man Deutsch noch immer an vielen lokalen Hinweisen und Bezeichnungen, vor allem an der Küste, wo noch viele  Bauwerke und Ortsteile aus der deutschen Kaiserzeit erhalten sind.

In einer der oben erwähnten Savannen ist das „Harnas Wildlife Parkgelände“ angesiedelt. Es hat sich im Laufe der Jahre ab der Gründung stark verändert. Anfangs nur als Auffangstation für die Wildtiere gedacht, hat sich der Tourismus zusätzlich als Finanzierungsquelle dazu gesellt und so sind etliche Objekte für Besucher entstanden.

2020 hat Harnas am Beginn der Corona-Krise einen Gratisaufenthalt inklusive Flugkosten zur Verfügung gestellt, natürlich als Werbemaßnahme. Man hoffte durch die Folgewirkungen die Einbußen der Corona-Krise wettzumachen. Leider dauern die Reisebeschränkungen viel länger als gedacht! und daher werden die finanziellen Mittel der Foundation mehr als knapp. Derzeit sind nur einige Volontäre/Gäste im Camp. Zu bedenken ist, dass allein die Futterkosten pro Monat rund 18.000 Euro  betragen. Auch in diesem Jahr  wird wiederum eine Tombola für einen Gratisaufenthalt gestartet werden.

Für den Besuch des Harnas Wildlife Parks gibt es drei Möglichkeiten:

1.Mitarbeit als Volontär zwischen 18 und 45 Jahren , die mindestens zwei oder bis zu 12 Wochen mitarbeiten und die Kontakte mit/zu Wildtieren wollen. Sie kommen den Tieren sehr nahe und packen überall an, wo Hilfe nötig ist 

2. Mitarbeit im Exclusiv-Projekt für alle zwischen 18 und 99 Jahren, Projektdauer zwei bis sechs Wochen und ebenfalls Kontakt mit/zu Wildtieren bzw. Mithilfe im Camp &

3. Besucher auf Harnas: Camping oder Unterkunft in einem der Harnas-Gästehäuser mit Superverpflegung in der Lapa (überdeckter Aufenthaltsplatz) und (freiwilliger) Teilnahme an diversen Aktivitäten mit  Wildtieren wie etwa Buschspaziergänge, Fütterungstouren oder Tierbeobachtungen

Da die Harnas-Farm auch im Jahr 2021 durchwegs von der Corona-Pandemie betroffen ist, sind wie bereits erwähnt kaum Gäste/Volontäre bei den Tieren zu finden und die Foundation ist umso mehr auf Spenden angewiesen, um die laufenden Kosten halbwegs decken zu können.

Gerade in Zeiten wie diesen benötigen die Tiere Hilfe, damit dieses großartige Projekt weiterbestehen kann. Wer spenden möchte, dem werden es die Tiere sehr danken.

Harnas Spendenkonto bei der Volksbank Wien: (innerhalb der EU spesenfrei)

IBAN: AT31 4300033700742019
BIC: VBOEATWW 


Weitere Infos unter: www.harnas.at (Frau Hermann) Tel. +43 (0)664-2002494, regina@harnas.at, Farm: Harnas Wildlife Foundation Guestfarm, PO Box 548 Gobabis/Namibia

fotocredit: Harnas/UL