Matthäuspassion in der Neuen Kirche Kleinmachnow
In der Neuen Kirche Kleinmachnow am Zehlendorfer Damm finden am 7. und 8. März zwei besondere Konzerte statt. Aufgeführt wird J. S. Bachs Matthäus-Passion in der von F. Mendelssohn Bartholdy gekürzten Textfassung mit folgenden Solisten: Caroline Seibt (Sopran), Anna Smith (Alt), Clemens Löschmann und Andreas Post (Tenöre), Wolfram Teßmer und Jörg Gottschick (Bass) sowie der Große Chor, die Kurrende und der Jugendchor der Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor (KMD) Karsten Seibt. Laut den Veranstaltern sind noch wenige Restkarten in der Naturabuchhandlung, Adolf-Grimme-Ring 12 in Kleinmachnow, erhältlich.
Bei der Matthäus-Passion handelt es sich um eines der großen Meisterwerke der westlichen Musikgeschichte, sie fasziniert seit vielen Jahren Menschen auf der ganzen Welt – und zwar unabhängig davon, ob sie gläubig sind oder nicht. Mit diesem Werk verabschiedet sich der langjährige Kirchenmusikdirektor und Kantor der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde, Karsten Seibt, nach über 35 Jahren Dienst in seiner Gemeinde Kleinmachnow in den Ruhestand. Die offizielle Verabschiedung findet am Ostersonntag im Gottesdienst statt, die Matthäus-Passion ist demnach ein letzter Höhepunkt des umfangreichen musikalischen Schaffens von Karsten Seibt.
Die Matthäus-Passion von J. S. Bach wurde in der Karfreitagsvesper in der Thomaskirche in Leipzig 1727 oder 1729 uraufgeführt. Das genaue Datum der Erstaufführung ist nicht überliefert, wir wissen auch nicht, wie die räumliche und zahlenmäßige Aufteilung der Mitwirkenden zu Bachs Zeiten war und schon gar nicht, wie diese Musik auf die Leipziger Bevölkerung gewirkt hat. Die Karfreitagsvesper wird etwa vier Stunden gedauert haben – keine Angst, wir bleiben unter zwei Stunden: Erstens verzichten wir auf die etwa eine Stunde dauernde Predigt zwischen dem 1. und dem 2. Teil der Passionsaufführung und zweitens verwenden wir die gekürzte Textfassung, mit der Felix Mendelssohn-Bartholdy dieses Hauptwerk evangelischer Kirchenmusik aus einem fast 100jährigen Dornröschenschlaf mit seiner Aufführung am 11. März 1829 in der Berliner Singakademie weckte. Weil die Frömmigkeit der Bach-Zeit uns teilweise sehr fremd geworden ist, werden wir an zwei Stellen kommentierende Texte, gesprochen von den Männern des Jugendchores, einfügen, die Dr. Wolfgang Hegener in Zusammenarbeit mit Bernhard Hanuschick und Antonia Braun verfasst: zum einen macht das Sündenverständnis der damaligen Theologie es uns schwer, manche komponierten Texte nachzuvollziehen, zum anderen können wir den latenten Antijudaismus des Matthäusevangeliums nicht unwidersprochen stehen lassen.
Foto: Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow
