GeschichteKulturMusikRuhlsdorfTeltowUnterhaltungWissen

Die Rübchensaison ist eröffnet – Anstich beim Rübchenbauern Ronny Schäreke

Am 24. September fiel der Startschuss für die Ernte des berühmten Teltower Wurzelgemüses! Ronny Schäreke zog in Ruhlsdorf die ersten Rübchen aus seinem Acker. Das 27. Teltower Rübchenfest findet am 27. September von 12:00 bis 18:00 Uhr in Ruhlsdorf statt.

In ihrer Begrüßungsrede dankte die Vorsitzende des Fördervereins Teltower Rübchen e.V., Tina Reich, allen Unterstützern des Vereins und freute sich über die Anwesenheit des Teltower Bürgermeisters Andre Freymuth. „Wer einmal die Delikatesse Teltower Rübchen gekostet hat, kommt nicht mehr davon los“, zitierte sie Günter Duwe, den Gründungsvater des Vereins. Schon Johann Wolfgang Goethe, Immanuel Kant und Napoleon hätten die Rübchen geschätzt. Auch etliche örtliche Restaurants erfreuten ihre Gäste mit der regionalen Spezialität. Außerdem verwies sie noch auf den gesundheitlichen Aspekt der Rübchen.

Nach der Ansprache von Tina Reich begleiteten die Gäste Ronny Schärecke zum Feld, um den großen Moment mitzuerleben. Der Rübenbauer setzte einen kleinen Spaten an, und schon war das erste, etwa fünf Zentimeter lange Rübchen aus der Erde.

Anbau und Ernte

Die Teltower Rübchen gedeihen besonders gut auf mageren Sandböden. In der Gegend um Teltow sollen sie das beste Aroma entwickeln, daher der Name.

Früher galt das Minirübchen als Arme-Leute-Essen. Man säte sie, um im Herbst und Winter nach dem Getreide eine zweite Ernte einfahren zu können. Im Laufe der Zeit verschwand das Gemüse von unseren Feldern. Das lag auch daran, dass die Ernte sehr arbeitsintensiv war und ist. Die Rüben wurzeln sehr stark und krallen sich regelrecht in den Boden, so dass sie mühsam ausgegraben werden müssen.

Ein weiterer Grund für den Niedergang war die Ansiedlung der Industrie in Teltow. Diese absorbierte Arbeitskräfte und Flächen. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Situation noch einmal grundlegend: Die von der DDR-Regierung verordnete Kollektivierung der Landwirtschaft setzte auf Planerfüllung und große, maschinell zu bearbeitende Schläge.

Die ursprünglichen Herkunftsregionen der Teltower Rübchen waren Polen und Finnland.

Doch zum Glück haben einige Hobbygärtner das Saatgut für den Eigenbedarf gerettet. Mit dem Trend zu regionalen Lebensmitteln erobert sich die Märkische Rübe allmählich wieder einen Platz auf unseren Speisekarten. Auf der Grünen Woche 1999 wurden die Rübchen erstmals wieder präsentiert.

Dies ist auch ein Verdienst des 1998 gegründeten Fördervereins Teltower Rübchen e.V., der sich für den Erhalt der Marke und die Wiederverbreitung der Speiserübe einsetzt. Er organisiert auch das jährliche Rübchenfest in Ruhlsdorf. Am kommenden Sonntag, dem 29. September, ist es wieder soweit!

Tina Reich, Vorsitzende des Fördervereins für das Teltower Rübchen e.V.

Das traditionelle Fest anlässlich des Erntebeginns des Teltower Rübchens findet am 27. September ab 12:00 Uhr entlang der Güterfelder Straße im Ortsteil Ruhlsdorf statt. Bis 18:00 Uhr erwartet die Besucher neben einem bunten Unterhaltungsprogramm ein buntes Markttreiben mit traditionellem Handwerk und Spezialitäten aus der Region. Auch Kinder können sich auf ein buntes Unterhaltungsprogramm und vielfältige Attraktionen freuen. Leckeres aus der Rübe erwartet die Besucher. Der Eintritt zum Fest ist wie jedes Jahr frei.

Fotos: Redaktion / Elisabeth Kaufmann