Aus Stahnsdorf in die weite Welt: Christbaum entschwebt nach Berlin
20 Meter hoch, 2,5 Tonnen schwer: Eine stattliche Douglasie aus Stahnsdorf wird in diesem Jahr zum Blickfang auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt. Am 04. November wurde der Baum im Rosenweg gefällt und anschließend mit einem Spezialtransport in die Hauptstadt gebracht.
Wenn es um stattliche Weihnachtsbäume für Berlin geht, scheint Brandenburg eine besonders beliebte Adresse zu sein. Die Fichte vor dem Kanzleramt kam 2024 aus Fürstenwalde, der Weihnachtsbaum für den „WeihnachtsZauber“ auf dem Gendarmenmarkt 2025 aus Grünheide. Auch in diesem Jahr fiel die Wahl auf einen Baum aus der Nachbarschaft: Eine 20 Meter hohe Douglasie aus Stahnsdorf wird den diesjährigen Weihnachtsmarkt schmücken, der am 23. November seine Tore öffnet.
Der rund 2,5 Tonnen schwere Nadelbaum wurde im Zuge eines Bauprojekts im Rosenweg zur Fällung freigegeben – und trat nun seine Reise in die Hauptstadt an. Dafür musste am 4. November ein Straßenabschnitt vollständig gesperrt werden. Ein Fachbetrieb rückte am Mittwochvormittag an und brachte die Douglasie zu Fall. Anschließend übernahm ein auf Schwertransporte spezialisiertes Unternehmen die spektakuläre Verladeaktion: Mithilfe eines Krans wurde der imposante Baum in die Höhe gehievt und millimetergenau auf einem Tieflader abgelegt.
Am späten Mittwochabend machte sich die Douglasie schließlich, von der Polizei abgesichert, auf den Weg nach Berlin. Für Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers ist das eine besondere Verbindung zwischen der Gemeinde und der Hauptstadt: „Ich freue mich und bin schon ein wenig stolz darauf, dass in der Adventszeit auch ein Stück Stahnsdorf in der Bundeshauptstadt präsent ist und vorweihnachtliches Flair verbreitet.“
WeihnachtsZauber mit langer Tradition
Den WeihnachtsZauber auf dem Gendarmenmarkt gibt es bereits seit 2003. Die Idee dazu entstand ein Jahr zuvor auf Anregung des damaligen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Ziel war es, den historischen Platz auch in der dunklen Jahreszeit zu beleben. Der Kieler Gründer Helmut Russ setzte das Konzept schließlich 2003 in die Tat um. Seither hat sich der Markt mit seinen charakteristischen weißen Zelten, seinem Kunsthandwerk und einem vielfältigen Kulturprogramm zu einem der bekanntesten Weihnachtsmärkte Berlins entwickelt.
Nach den schwierigen Corona-Jahren und den umfangreichen Sanierungsarbeiten auf dem Gendarmenmarkt musste der Weihnachtsmarkt vorübergehend auf den nahegelegenen Bebelplatz ausweichen. Inzwischen ist er an seinen historischen Standort zurückgekehrt.
Besonders das traditionelle Kunsthandwerk zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Auch 2026 gibt es wieder viel zu entdecken: Zahlreiche Handwerkskünstlerinnen und -künstler laden dazu ein, ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. So lässt sich beispielsweise beobachten, wie ein Elfenbeinschnitzer aus fossilem Mammutmaterial filigrane Miniaturen erschafft oder an der Töpferscheibe kunstvolle Keramik entsteht. Auch die Lederkönigin, die Hutmacherin, die Holzschnitzerin aus Oberammergau und viele weitere Kunsthandwerker präsentieren ihre außergewöhnlichen Arbeiten.

Fotos: Gemeinde Stahnsdorf
