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Was ist nach der Corona-Impfung erlaubt – und was nicht?

Derzeit läuft die Impfkampagne wieder auf Hochtouren – vor allem Booster-Impfungen werden nachgefragt. Doch was sollte man am Tag der Impfung sein lassen, und was ist erlaubt? Sind Alkohol, Sport und Rauchen tatsächlich verboten?

In Deutschland läuft die Corona-Impfkampagne derzeit wieder. Um sich zudem besser vor der aktuellen Omikron-Variante zu schützen, bekommen viele Impfwillige mit dem Booster bereits ihre dritte Impfung. Doch es gibt Fragen und Unsicherheiten: Wie sollte man sich nach einer Corona-Impfung verhalten? Was ist erlaubt, und worauf sollte verzichtet werden?

Die wichtigste Regel: Der Körper sollte nach einer Impfung geschont und besondere körperliche Anstrengung und Stress vermieden werden. Dies gilt sowohl für die Zeit nach der Erst- und Zweitimpfung sowie nach dem Booster. Nach der Immunisierung benötigt der Körper Zeit, um den Impfstoff zu verarbeiten. Daher ist es ratsam, den Körper so wenig wie möglich mit zusätzlichen Anstrengungen zu belasten. Dazu zählen auch der Konsum von Alkohol und sportliche Aktivitäten.

Ist Alkohol nach der Impfung erlaubt?

Grundsätzlich beeinflusst Alkohol den Immunschutz kaum, erklärt die Virologin Sandra Ciesek. Sie rät allerdings dazu, rund um einen Impftermin auf starken Alkoholkonsum zu verzichten. „Große Mengen Alkohol sind schließlich Gift für den Körper. Und wenn der Körper nach einer Impfung mit der Immunabwehr beschäftigt ist, sollte man ihn nicht auch noch mit Giftstoffen belasten“, so Ciesek im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

Dabei bedeutet „rund um die Impfung“ zumindest am Tag der Impfung selbst. Allerdings gibt es Indizien, dass starker Alkoholgenuss die Fähigkeit des Körpers, eine Immunität aufzubauen, beeinträchtigen kann. Ähnliches äußert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Besonders starker Alkoholkonsum kann die Immunantwort bei Infektionen einschränken und bei Impfungen möglicherweise auch die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Impfung beeinflussen.“ Gegen ein Glas Bier oder Wein sei dagegen nichts einzuwenden.

Beeinträchtigt Rauchen am Impftag die spätere Immunität?

Wie Alkohol ist auch Nikotin ein Gift, das den Körper belastet. Experten raten daher dazu, unmittelbar nach der Impfung auf das Rauchen zu verzichten. Allerdings war bisher kein negativer Effekt auf die Wirkung der Immunisierung nachzuweisen.

Ist Sport nach der Impfung in Ordnung?

Wie bei Alkohol und Nikotin gilt auch hier: Zusätzliche Belastungen des Körpers sollten vermieden werden. Allerdings ist es laut Robert-Koch-Institut (RKI) nicht unbedingt notwendig, körperliche Aktivitäten nach der Corona-Impfung zu unterbinden.

Ähnlich wie beim Konsum von Alkohol und Nikotin gilt: Der Körper sollte durch übermäßige sportliche Aktivität nicht zusätzlich belastet werden. Doch auch hier muss differenziert werden. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist es nicht unbedingt vonnöten, körperliche Aktivitäten nach den Corona-Impfungen auszusetzen. Das RKI-Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung betont: „Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen.“ Das bedeutet: Alltäglichen Aufgaben kann weiter nachgegangen werden.

Allerdings ergänzt das Institut auch: „Besondere Belastungen unmittelbar nach der Impfung sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen“. Hier ist es also ratsam, auf den Körper zu hören. Bei Impfreaktionen – Erkältungssymptome, Fieber oder Kopf-und Gliederschmerzen – sollte man in dieser Zeit auf Sport verzichten. Diese Symptome sind ein Zeichen für die Beanspruchung des Immunsystems; dabei ist Sport eine zusätzliche Belastung dar. Sobald die Symptome nachlassen, kann wieder mit dem Sport begonnen werden.

Darf man nach der Impfung arbeiten?

Arbeiten nach der Impfung ist kein Problem, solange es sich nicht um starke körperliche Arbeit handelt. Auch hier sollte auf den Allgemeinzustand geachtet werden: Bei Trägheit, Müdigkeit oder Schmerzen sollte man sich besser ausruhen. Hier ist eine Krankschreibung möglich. Das Gesundheitsministerium sagt hierzu: „Sollte eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer aufgrund einer Impfreaktion kurzzeitig arbeitsunfähig sein, trägt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die entstehenden Kosten. In diesem Fall gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen einer regulären Krankschreibung.“

Sind Schmerzmittel bei Beschwerden nach der Impfung empfehlenswert?

Nach der Corona-Schutzimpfung sind Impfreaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber möglich. Der Griff zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol scheint daher eine naheliegende Alternative. Laut Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung können bei diesen Symptomen schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Hierzu wird jedoch eine ärztliche Beratung empfohlen. Gleichzeitig rät das RKI zur Vorsicht: Die Datenlage reiche für eine sichere Aussage über die Verträglichkeit von Schmerzmitteln mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna nicht aus. Eine vorbeugende Schmerzmittel-Einnahme vor der Impfung sei jedenfalls „nicht empfehlenswert“. ph