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Endlich angekommen -Teltower Carneval Club findet neues Zuhause

Fast fünf Jahre war der Teltower Carneval Club (TCC) „heimatlos“. Seit 1976 befanden sich Lagerraum, Trainingsstätte und Vereinsheim in einem Gebäude in der Potsdamer Straße 10. 2022 mussten diese geräumt werden und der TCC fand übergangsweise eine Notunterkunft in einer Baracke der ehemaligen Gärtnerei „Immergrün“. Aber auch damit sollte bald Schluss sein, denn das Gelände ist Baugebiet. Unermüdlich machte sich Hans Mondwurf, der Präsident des Vereins, auf die Suche nach einer neuen Bleibe und wurde nach mehreren Absagen fündig.  

Auf Vorstoß von Bürgermeister Andre Freymuth (CDU) beschlossen Teltows Stadtverordnete Anfang Juli 2026 einstimmig, dass der Verein die ehemalige Hausmeisterwohnung des Gebäudeensembles am Jahnsportplatz zehn Jahre lang mieten darf. Im Gegenzug retten die Mitglieder des Sport- und Karnevalvereins damit ein denkmalgeschütztes Gebäude der Stadt. Am Freitag, 25. September, war es so weit: Mondwurf und ein weiteres Mitglied des Vorstands, Enrico Langer, sowie Susanne Langer vom Trainerrat nahmen strahlend von zwei Mitarbeitern der WGT (Wohnungsbaugesellschaft Teltow) die Schlüssel entgegen. Der endgültige Mietvertrag soll zeitnah unterzeichnet werden. Mondwurf wünscht sich bezüglich der Miethöhe eine Gleichbehandlung mit anderen Sportvereinen. Die Mitglieder des TCC dürfen schon jetzt mit ersten Renovierungsarbeiten beginnen.

Stolze Schlüsselbesitzer: Susanne Langer, Hans Mondwurf, Enrico Langer

Bauablaufplan ist schon erstellt

Da das Gebäude mehrere Jahre leer stand, ist es in einem ziemlich kümmerlichen Zustand: es riecht feucht, von den Wänden blättert der Putz und die Sanitäranlagen, Heizung und Elektrik sind nicht mehr intakt. Dennoch besticht der geräumige in den dreißiger Jahren errichtete Backsteinbau durch seinen historischen Charme. Es wartet viel Arbeit auf die Vereinsmitglieder, die alles selber machen werden. Von handwerklich versierten TCClern wurde bereits ein Bauablaufplan erstellt. Es wird mit einem Kostenaufwand von 119.000 Euro gerechnet: „Über die Kosten wacht unser Vize-Schatzmeister Enrico Langer, damit die nicht ausufern. Wir haben das Geld im letzten Jahrzehnt mühsam durch Veranstaltungen, Kuchenbasare und andere Aktivitäten sowie Spenden angespart,“ erläutert Hans Mondwurf. „Vorrangig müssen Heizung und Wasser instandgesetzt werden und die feuchten Innenwand-Dämmungen und der Fußboden müssen komplett entfernt werden.“  Der Verein rechnet mit einer Bauzeit von zirka acht Monaten. Vorab hatte die WGT, die im Auftrag der Stadt das Gebäude verwaltet, im Keller die Träger erneuert, so dass zumindest keine Einsturzgefahr mehr droht. Außerdem wurde schon eine Anschlussstation für die Fernwärme gelegt.

Es gibt noch viel zu tun

Ein Haus ist nicht einfach ein Haus

Der Verein wünscht sich in diesem Haus eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, ein Clubhaus mit einem großen Kreativraum. Es gibt genug Platz, um die Requisiten zu lagern, aber auch für Dehnübungen, Yoga oder Treffen von Senioren oder um Kostüme zu nähen. „Der Verein brauchte jetzt auch unbedingt diese positive Botschaft, weil er sonst droht, auseinanderzufallen,“ fügt Enrico Langer hinzu. Hans Mondwurf ergänzt: „Verein bedeutet ja auch Begegnung mit Menschen, Menschen, die miteinander sprechen, dafür braucht es einen Raum!“ In den letzten Jahren habe man hier und da Trainingsräume bekommen und die einzelnen Gruppen hätten wenig Kontakt untereinander gehabt, sagt Susanne Langer, die im TCC als Trainerin arbeitet. „Es gibt ja noch soviel neben dem Tanzen: man trifft sich, um gemeinsam Kostüme zu nähen, um gemeinsam zu feiern oder zu frühstücken und sich auszutauschen. Ein gemeinsamer Ort sorgt auch für ein Wir-Gefühl und Stolz, Mitglied in unserem Verein zu sein.“ 

Lange Tradition

1955 wurde der Teltower Carneval Verein (TCV) mit dem Beinamen Karnevalsgesellschaft „Fröhliche Runde“ gegründet. Seine Heimat hatte der Verein damals im VEB Werk für Bauelemente der Nachrichtentechnik „Carl von Ossietzky (CvO), war dementsprechend eine Betriebs-Kulturgruppe. Somit konnte auch im Speisesaal des Werks gefeiert werden, später im damaligen „Schwarzen Adler“ und im Stahnsdorfer Hof. Nach der Wende wurde der TCC – jetzt Club statt Verein – als eingetragener Verein bestätigt.

Derzeit hat der TCC 190 Mitglieder und neun Tanzgruppen: Das beginnt mit den ganz Kleinen, den „Minis“, die drei bis sechs Jahre alt sind. Die Sechs- bis Zehnjährigen landen bei den „Hummeln“. Dann gibt es noch die „Greenteens“ (11-15 Jahre), die „Girlies“ (ab 15 Jahre) und die „Ladies“. Neben gemischten Gruppen probt auch das „Kronkorkenballett“, welches nur aus Männern im Alter von 21 bis 70 Jahren besteht. Nicht fehlen dürfen natürlich die Tanzmariechen, die Solotänzerinnen.

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Alle Gruppen trainieren mit einem ehrenamtlichen Trainer oder Trainerin einmal pro Woche Show- oder Gardetanz, um sich auf Veranstaltungen und diverse Auftritte vorzubereiten. Dafür ist der Monatsbeitrag mit 11 Euro pro Mitglied, egal ob Kind oder Erwachsener, sehr moderat. Zusätzliches Geld wird über Veranstaltungen, Aktionen oder Kuchenstände generiert.

Die nächsten Veranstaltungen des TCC stehen unter dem Motto „Die Goldenen 20er“. Jetzt schon Tickets sichern unter www.TCC-Teltow.de (13.11., 14.11.2026, 30.1., 31.1. (Kinderkarneval), 5.2. (Ladysnight), 6.2. und 8.2.2027 (Rosenmontag).

Fotos: Elisabeth Kaufmann und TCC