Erster Spatenstich für neue Rettungswache in Bad Belzig
Mit dem ersten Spatenstich hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark am Freitag offiziell den Startschuss für den Neubau der Rettungswache mit Katastrophenschutzstützpunkt in Bad Belzig gegeben. An der Brücker Landstraße 13 entsteht bis Mitte 2028 ein moderner gemeinsamer Standort für Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Der Landkreis investiert dafür rund zehn Millionen Euro.
Gemeinsam mit Landrat Marko Köhler, dem Bad Belziger Bürgermeister Robert Pulz, Architekt Mathias Lauenroth sowie weiteren Beteiligten aus Verwaltung, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Planung und Bau wurde der Beginn des Projektes symbolisch mit dem ersten Spatenstich markiert.
„Wer im Hohen Fläming lebt, weiß: Die Wege sind mitunter weit. Gerade deshalb brauchen wir hier eine leistungsfähige und verlässliche Infrastruktur für Rettungsdienst und Katastrophenschutz“, sagte Landrat Marko Köhler. „Im Ernstfall zählt jede Minute. Gleichzeitig müssen diejenigen, die jeden Tag für andere Menschen im Einsatz sind, vernünftige und zeitgemäße Arbeitsbedingungen haben. Beides schaffen wir mit diesem Neubau.“
Auf dem rund 6.400 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine Rettungswache mit Fahrzeughalle, einem zweigeschossigen Sozial- und Funktionstrakt sowie zusätzlichen Lager- und Technikflächen. Rettungsdienst und Katastrophenschutz erhalten damit ausreichend Raum für Fahrzeuge, Material, Logistik und die notwendigen Funktionsbereiche.
Die bisherige Rettungswache am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Bad Belzig wird seit Ende der 1990er-Jahre genutzt. Sie entspricht räumlich und funktional nicht mehr den heutigen Anforderungen. Insbesondere die verfügbaren Flächen und die betrieblichen Abläufe stoßen dort an Grenzen.
Künftig sind in der neuen Wache weiterhin zwei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert. Darüber hinaus entstehen zwei zusätzliche Stellplätze als Reserve. Eine Ausweitung der regulären Fahrzeugvorhaltung ist damit zunächst nicht verbunden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Katastrophenschutz. Am neuen Standort wird unter anderem die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung untergebracht. Rund 25 ehrenamtliche Helfer stehen dort für Einsätze zur Verfügung. Zur Ausstattung gehören derzeit vier Fahrzeuge – ein Mannschaftstransportwagen Verpflegung, zwei Gerätewagen Logistik und ein Gerätewagen mit mobiler Küche – sowie zwei Feldkochherd-Anhänger und ein Kühlanhänger. Zusätzlich sind Reserveflächen unter anderem für ein Fahrzeug des Bundes-Zivilschutzes sowie einen künftig vorgesehenen Spülmobil-Anhänger eingeplant.
„Katastrophenschutz beginnt nicht erst dann, wenn eine Lage groß wird“, betonte Köhler. „Er braucht Menschen, Material, Fahrzeuge und vor allem Strukturen, die funktionieren. Die neue Wache verbindet deshalb zwei Bereiche, die im Alltag unterschiedliche Aufgaben haben, im Ernstfall aber eng zusammenspielen müssen.“
Gerade Bad Belzig hat für die Versorgung des westlichen Kreisgebietes eine wichtige Funktion. Von hier aus werden ein großes ländlich geprägtes Gebiet sowie wichtige Verkehrsachsen erreicht. Der Neubau an der Brücker Landstraße ermöglicht zugleich bessere Fahrzeugbewegungen und bietet gegenüber dem bisherigen Standort deutlich mehr Platz für Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Logistik.
Die planerische Verantwortung für den Neubau liegt bei Architekt Mathias Lauenroth. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Der Auftrag für den erweiterten Rohbau wurde an die Berger Bau SE vergeben. Nach derzeitiger Planung soll der erweiterte Rohbau bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der gesamten Rettungswache ist für Mitte 2028 vorgesehen.
Landrat Köhler dankte beim Spatenstich allen Beteiligten aus der Kreisverwaltung, der Stadt Bad Belzig, dem Rettungsdienst, dem Katastrophenschutz, den Planungsbüros und den ausführenden Unternehmen: „Heute bewegen wir symbolisch die ersten Spaten Erde. Entscheidend ist aber, was hier in den kommenden Monaten wächst: ein Standort, auf den sich die Menschen in Bad Belzig und im Hohen Fläming viele Jahre verlassen können.“
Foto: Landkreis PM
