Bundesstraße 101 bei Thyrow: Mehrere Varianten zum weiteren Verfahren werden geprüft
Zum weiteren Vorgehen bei der gesperrten Grünbrücke über die Bundesstraße 101 bei Thyrow (Landkreis Teltow-Fläming) werden mehrere Varianten geprüft. Das ist das Ergebnis einer Fachkonferenz unter Leitung von Infrastrukturminister Robert Crumbach heute in Potsdam. Ziel ist es, nach der aus Sicherheitsgründen notwendigen Sperrung schnellstmöglich eine sichere und tragfähige verkehrliche Lösung für die Menschen und Unternehmen in der Region zu erreichen.
Folgende Varianten werden parallel geprüft: Maßnahmen zur Unterstützung des Bauwerks, eine Ablastung der Grünbrücke durch den Abtrag von Überschüttungsmaterial sowie eine bauwerksnahe Umfahrung. Derzeit wird ein dazu notwendiges statisches Modell erstellt und geprüft. Auf dessen Grundlage sollen die Schäden am Bauwerk, die Standsicherheit sowie die Voraussetzungen für mögliche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen verlässlich bewertet werden. Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Ich habe heute angeordnet, dass alle möglichen Wege zur Wiederherstellung der Verkehrsverbindung parallel und mit Hochdruck verfolgt bzw. vorbereitet werden. Die DEGES muss für jede Variante belastbar darlegen, was sie kostet, wie lange Planung, Vergabe und Bau dauern und welche technischen, rechtlichen und sonstigen Risiken bestehen. Bis zur Kalenderwoche 36 muss eine belastbare Entscheidungsgrundlage vorliegen. Dann entscheiden wir über die Variante, mit der die B 101 sicher und am schnellsten wieder befahrbar sein wird. Planungs- und Vorbereitungsschritte dürfen nicht erst nach dieser Entscheidung beginnen, sondern müssen im Hinblick auf alle Varianten parallel laufen.“
Zum einen wird geprüft, ob zur Sicherung des Bauwerks eine Unterstützung technisch und statisch möglich ist. Des Weiteren wird die Ablastung des Bauwerks durch einen kontrollierten Abtrag von Erd- und weiteren Auflasten als Variante untersucht. Für diese Variante werden derzeit etwa 20 bis 25 Arbeitstage und Kosten von rund 200.000 Euro angenommen. Ob und unter welchen Voraussetzungen die Maßnahmen die Standsicherheit ausreichend wiederherstellen können, muss aber der statische Nachweis noch klären.
Daneben befindet sich eine Umfahrung in der Prüfung, die bauwerksnah verlaufen könnte. Die reine Bauzeit wird derzeit auf rund 40 Arbeitstage geschätzt. Hinzu kommen die erforderlichen Planungen einschließlich naturschutzfachlicher Prüfungen und Vergaben. Die Kosten werden vorläufig mit rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Sollte diese Variante umsetzbar sein, könnte sie eine von der Grünbrücke unabhängige Verkehrsführung ermöglichen, während deren Sanierung vorbereitet und umgesetzt wird.
Hintergrund
Die B 101 ist im Bereich der Grünbrücke bei Thyrow seit dem 31. Juli voll gesperrt. Bei einer Bauwerksprüfung waren Risse am Holztragwerk festgestellt worden. Die Ursache wird derzeit untersucht. Ein Gutachter hat einer Verkehrsfreigabe unter der Brücke bislang nicht zugestimmt. Auch die parallel verlaufende Gemeindestraße und die Grünbrücke selbst bleiben gesperrt. Die bestehenden Umleitungen gelten weiter. Eine Optimierung für die Verkehrsteilnehmer wird durch den LS geprüft. Landrätin, Bürgermeister sowie die betroffenen Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher wurden über die Ergebnisse der Variantenprüfung und die folgenden Schritte unmittelbar informiert.
Hinweis für Verkehrsteilnehmende
Zusätzlich kommt es ab dem 24. August auf der B 101 im Bereich der Ortsumfahrung Luckenwalde Süd zu einer Vollsperrung. Dort werden bis voraussichtlich 9. September notwendige Straßenerhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die Verkehrsfreigabe ist für den 10. September vorgesehen.
Der Verkehr wird örtlich umgeleitet. Wegen der gleichzeitigen Einschränkungen auf der B 101 wird empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren und – soweit möglich – die ausgeschilderten Alternativen über die B 115 und B 96 oder über die B 102 und B 2 zu nutzen.
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