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Beelitz: Mann stirbt durch umstürzendes Wahlplakat – Auswirkungen auf den Wahlkampf

Das Sturmtief „Nadia“ hat im Norden und Nordosten Verwüstungen angerichtet. In Beelitz riss der Sturm ein Wahlplakat aus der Verankerung; ein Spaziergänger wurde dabei tödlich getroffen. Einige Kandidaten bei der anstehenden Landratswahl im Kreis Potsdam-Mittelmark erklärten daraufhin, den Wahlkampf zu beschränken oder einzustellen.

Das Sturmtief „Nadia“ hat im Landkreis Potsdam-Mittelmark ein Todesopfer gefordert. Am Samstagabend (30. Januar) gegen 22:15 Uhr riss der Sturm in Beelitz ein Wahlplakat aus der Verankerung; dieses traf einen Spaziergänger tödlich am Kopf. Laut Polizeiinspektion Brandenburg konnten herbeigerufene Rettungskräfte nur noch den Tod des 58-Jährigen feststellen. Der Mann sei mit seiner Lebensgefährtin und einem Bekannten in der Clara-Zetkin-Straße spazieren gegangen, wobei sich das Unglück ereignet habe. Laut Polizei habe eine Sturmböe den 2,50 x 3,50 Meter großen Aufsteller erfasst, der den Mann daraufhin am Kopf getroffen habe. Zunächst hatte es geheißen, das Opfer sei 68 Jahre alt, die Polizei korrigierte dies jedoch später. Das Plakat war anlässlich der am 06. Februar im Kreis Potsdam-Mittelmark anstehenden Landratswahl aufgestellt worden.

Parteiübergreifend erklärten Kandidaten daraufhin, den Wahlkampf in seiner bisherigen Form nicht fortsetzen zu wollen. Marko Köhler, Kandidat der SPD, erklärte: „Die Nachricht von dem tragischen Unglück letzter Nacht in Beelitz lässt mich fassungslos zurück. In diesen schmerzvollen Stunden sind meine Gedanken bei den Angehörigen des Verstorbenen, denen ich mein tief empfundenes Beileid ausspreche.“, so Marko Köhler. Die SPD-Kreisvorsitzende Claudia Eller-Funke ergänzte: „Jetzt ist nicht die Zeit für Wahlkampf. Wir werden aus Respekt vor dem Verstorbenen und seinen Hinterbliebenen unsere Wahlkampfaktivitäten ruhen lassen. Der Anbieter der Großplakate überprüft aktuell die Standfestigkeit aller Werbeflächen im Landkreis.“

Bündnis90/Die Grünen sagen als Reaktion auf das Unglück ihre öffentlichen Wahlkampfauftritte ab. Kandidat Georg Hartmann erklärte, er sei bestürzt und in Gedanken bei dem Opfer und seinen Angehörigen. „Die Nachricht von dem tödlichen Unfall letzte Nacht in Beelitz berührt mich zutiefst. In diesen schmerzvollen Stunden sind meine Gedanken beim Opfer und seinen Angehörigen. Ich möchte Ihnen hiermit mein aufrichtiges Beileid aussprechen.“ Der Kreisverband sagte bis auf Weiteres vorsorglich alle öffentlichen Termine zur Wahlwerbung in den nächsten Tagen ab. Der Aufsteller der Großplakate habe zugesagt, unverzüglich die Standfestigkeit an allen Standorten zu überprüfen.

Auch Meiko Rachimow, der für die Piraten antritt, äußerte sich am Sonntag zu dem Unfall: „Ich bin erschüttert über das tragische Geschehen der letzten Nacht und möchte zunächst den Angehörigen des verunfallten Mannes mein ganz herzliches Beileid aussprechen.“ Der Piraten-Kandidat weiter: „Nach diesem schrecklichen Unfall können wir als Landratskandidaten nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Die von meinem Team und mir persönlich aufgestellten Großplakate wurden wegen des heranziehenden Sturmes zuletzt noch weiter gesichert und haben dem Sturm in der vergangenen Nacht wohl auch weitestgehend standgehalten. Gleichwohl ist der Landrats-Wahlkampf mit Großplakaten nach diesem schrecklichen Ereignis für mich von sofort an beendet. Wir haben damit begonnen, sämtliche noch hängende Wahlbanner der Großplakate abzuhängen. Die Banner werden auch nach Beendigung des Sturmes nicht wieder neu aufgehängt.“

Christian Große, Kandidat der CDU, sprach den Angehörigen via Facebook seine Anteilnahme aus und erklärte, die Werbetafeln überprüfen zu lassen. Das Team um Falko Goetz, den Kandidaten der FDP, setzte den Wahlkampf laut eigenen Auftritten in den Sozialen Medien zunächst fort (Stand: 31. Januar, 12:30 Uhr). ph

Symbolbild: Pixabay.com