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Ein wahrer Meister – Vladimir Stoupel begeistert am Teltower Flügel

Wer am 10. Januar dem Klavierkonzert von Vladimir Stoupel im Stubenrauchsaal beiwohnte, wird dieses Erlebnis höchstwahrscheinlich ein Leben lang in Erinnerung behalten. Was bereits im Vorfeld als ein „Klavierkonzert der Extraklasse“ angekündigt worden war, entpuppte sich als eine beeindruckende pianistische Reise – von der sakralen Erhabenheit Johann Sebastian Bachs bis zur teuflischen Virtuosität Franz Liszts.

Der seit 1985 französische Staatsbürger Vladimir Stoupel lebt heute in Berlin und Baltimore und ist bekannt für seine einzigartige Verbindung aus intellektueller Tiefe, leidenschaftlichem Ausdruck und brillanter technischer Virtuosität. Das Programm „Von Bach zu Mephisto – Klangwelten zwischen Himmel und Hölle“ eröffnete mit Ferruccio Busonis orchestraler Bearbeitung von Bachs Toccata und Fuge in d-Moll, die den musikalischen Rahmen von Beginn an monumental spannte. Tief introspektiv folgten Felix Mendelssohns „Variations sérieuses“, die dem Abend eine persönliche, nachdenkliche Note verliehen. Hans von Bülows Bearbeitungen von Verdi-Arien, unter anderem aus „Un ballo in maschera“, sorgten anschließend für opernhafte Dramatik und emotionale Intensität. Den Höhepunkt bildeten Franz Liszts Rigoletto-Paraphrase sowie der dämonische „Mephisto-Walzer Nr. 1“, die pianistische Brillanz mit theatralischem Feuer eindrucksvoll vereinten. „Ich möchte mich noch einmal bei all jenen bedanken, die für diesen Flügel
gespendet haben. Ein solches Konzert beweist, was in diesem Instrument steckt, wenn ein wahrer Meister an den Tasten sitzt. Als ich hörte, wie Vladimir Stoupel die Toccata und die Fuge spielte, hielt mich nichts mehr auf dem Stuhl – ich musste einfach aufspringen und Bravo rufen“, sagte der „Alte Fritz“ Hermann
Lamprecht dem Stadtblatt nach dem Konzert. Bereits im Jahr 2017 hatte er eine Spendenaktion zugunsten eines Flügels für den Ernst-von-Stubenrauch-Saal ins Leben gerufen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und Institutionen aus der Region folgten diesem Aufruf. Damit das Instrument frühzeitig genutzt werden konnte, stellte die Stadt Teltow zusätzliche Mittel bereit, sodass der Salonflügel der Firma Niendorf aus Luckenwalde bereits 2018 angeliefert wurde. Der musikalische Abend, den
Vladimir Stoupel nun den Teltowerinnen und Teltowern schenkte, bewies eindrucksvoll, wie bedeutsam diese Anschaffung war – und dass jede Musik ihren eigenen Himmel hat.

Foto: Marko Pis