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RKI-Stellungnahme zur Ermittlung der Impfquote

Die Impfquote könne höher sein als die vom Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Zahlen, hieß es zu Wochenbeginn in übereinstimmenden medienberichten. Nun nimmt das RKI Stellung.

„Für die Ermittlung der COVID-19-Impfquoten ist das Robert-Koch-Institut (RKI) auf das Digitale Impfquotenmonitoring angewiesen (DIM), ein Meldesystem, dessen Anwendung und Zuverlässigkeit ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte) liegt“, so das RKI in einer Pressemitteilung. Allein diese Stellen würden täglich die Zahl der durchgeführten Impfungen an das RKI übermitteln. „Darauf hat das RKI stets hingewiesen. Das RKI hat auch bereits im August 2021 auf die Gefahr von Untererfassungen hingewiesen (siehe 6. COVIMO-Report vom 10.08.2021, Bericht hier , wie auch von Medien damals berichtet).“

„Die Meldung der impfenden Stellen ist in § 4 der Coronavirus-Impfverordnung gesetzlich vorgeschrieben, sie muss vollständig und zeitnah erfolgen, um den Impffortschritt in Deutschland so genau und aktuell wie möglich abbilden zu können“, hebt RKI-Präsident Wieler hervor. Eine zu niedrige Erfassung stelle daher keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, so das Institut weiter. „Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind.“ Die berichteten COVID-19-Impfquoten in DIM seien daher als Mindestimpfquoten zu verstehen.

Um das Impfgeschehen so umfassend wie möglich abzubilden, führe das RKI deshalb im Rahmen des Projekts COVIMO zusätzlich regelmäßige Befragungen durch. Neben den Impfquoten würden dabei noch viele andere Faktoren abgefragt, insbesondere die Impfbereitschaft sowie der Informations- und Wissensstand zu den Impfungen. COVIMO und ähnliche Studien seien eine wichtige Ergänzung zum DIM. Die Befragung sei zwar repräsentativ, habe aber trotzdem nur einen begrenzten Aussagewert: So würden an den Befragungen beispielsweise eher Menschen teilnehmen, die dem Impfen positiv gegenüber eingestellt seien. Bei COVIMO müsse daher von einer gewissen Überschätzung der Impfquote ausgegangen werden.

Auf die unterschiedlichen Ergebnisse der Impfquoten bei DIM und COVIMO und mögliche Erklärungsansätze habe das RKI bereits im 6. COVIMO-Report am 10.08.2021 hingewiesen, als erstmals eine Diskrepanz sichtbar geworden sei. Auch in der anschließenden 7. COVIMO-Erhebungswelle würden von den Befragten deutlich höhere Impfraten angegeben. Dies habe das RKI zum Anlass genommen, die Untererfassung in DIM erneut zu schätzen: „Unter der Annahme, dass alle an Betriebs- und niedergelassenen Ärzte gelieferten Impfstoffdosen auch verimpft worden sind, wurde die Untererfassung im DIM mit Stand 05.10.2021 auf bis zu 5 Prozentpunkte geschätzt (siehe 7. COVIMO-Report vom 6.10.2021, Bericht hier). In der Altersgruppe der Erwachsenen (ab 18 Jahre) könnten zu diesem Zeitpunkt also bereits bis zu 84 % zumindest einmal und bis zu 80 % vollständig geimpft sein.“

Als Zielimpfquote werde eine Impfquote von mindestens 85 % bei allen 12-bis 59-Jährigen und von mindestens 90 % bei den Über-60-Jährigen angestrebt, so das RKI abschließend. Selbst unter Berücksichtigung der oben genannten Schätzungen seien diese Impfquoten weiterhin noch nicht erreicht. „Das RKI empfiehlt in seiner ControlCOVID-Strategie grundsätzlich, dass die Basismaßnahmen bis zum nächsten Frühjahr – auch von Geimpften und Genesenen – eingehalten werden sollten (siehe www.rki.de/control-covid).“ PM