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Bundesvereinigung Lebenshilfe mit Impf-Appell

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, befürwortet rasches Impfen, um die Pandemie zu brechen. Dies umfasse neben der zügigen Impfung Behinderter auch eine allgemeine Impfpflicht.

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe eine Beschleunigung der Impfkampagne. Zu den Kernforderungen des Verbandes gehören unter anderem:

  • eine umgehende Auffrischimpfung für Menschen mit Behinderung wegen ihres besonderen Risikos, schwer zu erkranken, wie auch für Mitarbeiter in der Behindertenhilfe
  • sofortige, niedrigschwellige und flächendeckende Impfangebote, insbesondere durch mobile Impfteams in den Angeboten, Diensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und die dort Beschäftigten
  • baldige Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, um vulnerable Gruppen wie Menschen mit Behinderung zu schützen und ihren Ausschluss von der Teilhabe zu verhindern
  • eine dringende Empfehlung an alle Mitarbeiter, die in Angeboten, Diensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung tätig sind, sich in Kürze gegen Covid-19 impfen und auch boostern zu lassen, um den Schutz für vulnerable Personen sicherzustellen.

Menschen mit Behinderung, die auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen sind, seien ebenso wie Menschen in Pflegeeinrichtungen oder von mobilen Pflegediensten betreute Personen, in besonderem Maße dem Risiko ausgesetzt, sich mit Covid-19 zu infizieren, so der Verband. Aufgrund ihrer Beeinträchtigung und damit einhergehender Begleitkrankheiten hätten sie häufig ein erhöhtes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Zu Beginn der Pandemie habe der Schutzgedanke für vulnerable Gruppen dazu geführt, dass insbesondere Menschen in gemeinschaftlichen Wohnformen der Eingliederungshilfe und in Pflegeeinrichtungen besonders strenge Kontaktverbote auferlegt wurden. Viele konnten ihre Einrichtung über Wochen weder verlassen noch Besuch empfangen. „Sie haben ihre Angehörigen über eine erhebliche Zeitspanne nicht gesehen, was für sie und ihre Angehörigen ein unerträglicher Zustand war, gerade auch weil Einigen aufgrund ihrer Behinderung die Situation nicht verständlich gemacht werden konnte“, so die Lebenshilfe in einer Pressemitteilung weiter. Die psychischen und teilweise auch physischen Folgen dieser Kontaktsperren seien deutlich zu erkennen gewesen. Ein erneuter Lockdown dieser Art müsse daher unbedingt vermieden werden.

Menschen mit Behinderung zu betreuen, sie im Alltag zu unterstützen und in Angeboten der Eingliederungshilfe zu arbeiten, würden oft Mitarbeiter übernehmen, die sich in besonderer Weise dem Wohl der ihnen anvertrauten Menschen verpflichtet fühlen. Daher sei es für viele von ihnen selbstverständlich, sich auch mit Blick auf das besondere Risiko von Menschen mit Behinderung impfen zu lassen.

Menschen mit Behinderung zu betreuen, sie im Alltag zu unterstützen und in Angeboten der Eingliederungshilfe zu arbeiten, würden oft Mitarbeiter übernehmen, die sich in besonderer Weise dem Wohl der ihnen anvertrauten Menschen verpflichtet fühlen. Daher sei es für viele von ihnen selbstverständlich, sich auch mit Blick auf das besondere Risiko von Menschen mit Behinderung impfen zu lassen. „Das unterstützt und empfiehlt die Bundesvereinigung Lebenshilfe
nachdrücklich“, erklärt der Verband weiter.

Glücklicherweise seien mittlerweile auch die meisten Menschen mit Behinderung zweimal geimpft, doch reiche dies oft nicht mehr aus. Einerseits könnten sich einige wenige aufgrund ihrer Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankung nicht impfen lassen, andererseits komme es auch bei bereits Geimpften mitunter zu gefährlichen Impfdurchbrüchen. Daher seien insbesondere die Auffrischimpfungen für vulnerable Personen so bald wie möglich flächendeckend durchzuführen.

Auch um weitere Engpässe bei der medizinischen Versorgung insgesamt zu vermeiden, hält die Bundesvereinigung Lebenshilfe diese Maßnahmen für erforderlich, nicht zuletzt wegen des häufigeren schweren Verlaufs einer SARS-CoV-2-Infektion von Menschen mit Behinderung. Die Tatsache, dass bereits jetzt in einigen Regionen ein Engpass an Intensivbetten besteht und planbare Operationen in vielen Fällen verschoben werden müssen, um Kapazitäten für Patientinnen und Patienten zu haben, die an Corona erkrankt sind, bereitet der Bundesvereinigung Lebenshilfe große Sorge. „Um in dieser vierten und bislang stärksten Corona-Welle Menschen mit Behinderung effektiv vor einer Infektion zu schützen und ihnen die gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, hält die
Bundesvereinigung Lebenshilfe die oben beschriebenen Maßnahmen für unabdingbar.“ PM

Symbolbild: Pixabay.com