Kindertagesklinik in Ludwigsfelde bleibt für ein weiteres Jahr erhalten
Die pädiatrische Tagesklinik am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow wird für weitere zwölf Monate fortgeführt. Einen entsprechenden Vertrag haben Vertreterinnen und Vertreter des Diakonissenhauses Teltow und der Stadt Ludwigsfelde am 30. Juli im Krankenhaus unterzeichnet.
Mit der Vereinbarung bleibt die Tagesklinik bis zum 31. Juli 2027 bestehen. Die Stadt Ludwigsfelde stellt dafür mehr als eine halbe Million Euro zur Defizitausgleichsfinanzierung bereit und ermöglicht damit eine befristete Übergangslösung.
Prof. h. c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses Teltow, begrüßt die gefundene Lösung: „Wir sind dankbar und froh, dass die Gespräche sowohl mit dem Ministerium als auch mit der Kommunalpolitik diese Lösung ermöglicht haben. Der solitäre Betrieb einer Tagesklinik ist nur durch eine Ausnahmegenehmigung des Ministeriums möglich.“
Die Krankenhausversorgung befindet sich bundesweit in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Auch die Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow ist von den Veränderungen durch die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen und die Krankenhausreform betroffen, die eine stärkere Bündelung medizinischer Spezialexpertise vorsieht. Ursprünglich war geplant, den vollstationären Betrieb sowie die Tagesklinik zum 31. Juli 2026 einzustellen.
Nach konstruktiven Gesprächen zwischen der Stadt Ludwigsfelde, dem Diakonissenhaus Teltow und dem Ministerium für Gesundheit des Landes Brandenburg konnte die jetzt vereinbarte Übergangslösung erarbeitet werden. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ludwigsfelde stellte die erforderlichen finanziellen Mittel einstimmig bereit.
Für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen steht das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam als regionaler Kooperationspartner zur Verfügung. Die dortige hochspezialisierte Kinderklinik mit Rettungsstelle gewährleistet die stationäre und notfallmedizinische Versorgung der Region. Darüber hinaus ist geplant, gemeinsam mit dem Ernst-von-Bergmann-Klinikum eine telemedizinische Anbindung an die Rettungsstelle vom Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow aufzubauen. Diese soll die pädiatrische Versorgung in Ludwigsfelde künftig zusätzlich unterstützen.
Ziel der kommenden Monate ist es, gemeinsam tragfähige Perspektiven für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Ludwigsfelde und der Region zu entwickeln. Das Diakonissenhaus Teltow, das Ministerium für Gesundheit des Landes Brandenburg, die Stadt Ludwigsfelde sowie weitere Kooperationspartner wollen hierzu verschiedene Versorgungsmodelle prüfen. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der ambulanten kinderärztlichen Versorgung, eine verlässliche stationäre Versorgung in der Region sowie eine sichere Notfallversorgung für Kinder und Jugendliche.
Auch Paul Niepalla, Erster Beigeordneter der Stadt Ludwigsfelde, sieht in der Vereinbarung die notwendige Zeit für die weitere Entwicklung: „Mit der Übergangslösung gewinnen wir Zeit, um gemeinsam Lösungen für die zukünftige medizinische Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen zu entwickeln. Gleichzeitig können verschiedene Versorgungsmodelle erprobt werden, um Familien auch künftig eine verlässliche Versorgung zu bieten.“
Die pädiatrische Tagesklinik ist montags bis freitags von 8.00 bis 16.30 Uhr geöffnet und verfügt über zehn Behandlungsplätze. Die fachärztliche Betreuung der Tagesklinik übernimmt weiterhin der bisherige Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med. Georg Reinholz. „Wir danken Chefarzt Dr. Georg Reinholz ausdrücklich dafür, dass er die Verantwortung für die pädiatrische Tagesklinik weiter übernimmt“, sagt Dr. Ottmar Schmidt, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow.
Die pädiatrische Tagesklinik im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow versorgt ausschließlich Kinder und Jugendliche, die eine tagesklinische Behandlung von mindestens sechs Stunden benötigen. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Gastroskopien und Koloskopien unter Sedierung, Infusionstherapien sowie Hyposensibilisierungen. Eine reguläre ambulante Behandlung, beispielsweise von Infekten, findet dort nicht statt. Ebenso werden keine Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen, die länger als acht Stunden behandlungsbedürftig sind.
Foto: Diakonissenhaus Teltow
v.l.n.r.: Hanni Redel, Kaufmännische Direktorin des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow, Prof. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses Teltow, Paul Niepalla, Erster Beigeordneter der Stadt Ludwigsfelde, Dr. Ottmar Schmidt, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow, Dr. med. Burkhard Schult, Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow, Heike Sebald, juristische Mitarbeiterin der Stadt Ludwigsfelde.
