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Breite Front gegen Photovoltaik auf den Sputendorfer Rieselfeldern

Die ehemaligen Rieselfelder südlich von Stahnsdorf dienen bisher als Naherholungsgebiet, Weide- und Brachflächen und als Standort für Windparks. Nun auch noch ein ICE-Werk oder Photovoltaikanlagen? Das geht den Sputendorfern zu weit.

Mehr als 700 Mitglieder hat die Bürgerinitiative gegen die Errichtung eines ICE-Instandhaltungswerks auf den Rieselfeldern in der Nähe des Stahnsdorfer Ortsteils Sputendorf anwerben können. Das zeigt, wie sehr sich die Anwohner schon jetzt von bestehenden und geplanten Anlagen auf den Rieselfeldern belästigt fühlen – da haben es weitere Projekte sehr schwer. Auf der Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstag ging es daher hoch her, wie die MAZ zuerst berichtete. Frank Schütze (SPD) stellte eine Idee vor, wie angesichts steigender Energiepreise und drohender Energieknappheit ein ortsnaher Beitrag zur Entlastung der Bürger geleistet werden könnte. Auf den teilweise stark kontaminierten Brachflächen der Rieselfelder könne man doch größere, industrielle Photovoltaikanlagen installieren, lautete die Beschlussvorlage. Die Dekontaminierung des Bodens käme auch infrage, würde aber keinen Strom liefern.

Mit der vehementen Ablehnung durch die anwesenden Ortsvertreter und Bürger hatte er wohl dabei nicht gerechnet. Einerseits eine zu starke Versiegelung, zu große Belastungen für ländliche Gebiete, andererseits die schon bestehenden Beeinträchtigungen durch die Windkraftanlagen wie beispielsweise Blinklichter, lästige Geräusche und Schlagschatten waren die sachlichen Argumente – aber auch emotionale Erregung und Betroffenheit bestimmten die Atmosphäre an diesem Abend. Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier) sprach sich vehement gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans aus und schlug stattdessen vor, zunächst bereits bestehende Flächen wie Hausdächer für Photovoltaikanlagen zu nutzen, ehe man in die Natur eingreift. Eine großflächige, eingezäunte und kameraüberwachte Anlage sei das Letzte, was man in Sputendorf wolle, war die übereinstimmende Meinung der meisten Anwesenden.

Bezüglich der Vorplanungen für ein ICE-Instandhaltungswerk hat man angesichts der breiten Ablehnung schon das Tempo zurückgenommen, und ob bei dieser Stimmungslage die Photovoltaik-Pläne überhaupt weiterverfolgt werden, ist ungewiss. Bei Projekten zur Energiewende einen Ausgleich zwischen Bedarf und Belastung zu finden, wird keine leichte Aufgabe.

Text: KP/ Foto: Mario Kacner