Trotz Corona rege Bautätigkeit

Bau bleibt krisenfest: Während die Corona-Pandemie ganze Wirtschaftszweige lahmlegt, ist auf Baustellen weiter viel zu tun, erklärt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer Pressemitteilung. Die Bilanz der Baugenehmigungen im Landkreis Potsdam-Mittelmark spiegele die stabile Auftragslage wider: Demnach sei im vergangenen Jahr der Bau von 1.578 Wohnungen genehmigt worden – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Gewerkschaft mitteilt. Dabei beruft sie sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und auf Erfahrungen in der Baustoffindustrie.

„Klar ist: Trotz Corona sind die Auftragsbücher voll. Die Firmen arbeiten jetzt die Wohnungsbauprojekte vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus ab“, sagt Rudi Wiggert, Bezirksvorsitzender der IG BAU Mark Brandenburg. Nun müssten allerdings auch die Beschäftigten davon profitieren. „Bauarbeiter sind nicht nur Garanten dafür, dass wir genug Wohnraum haben. Sie leisten in der Krise seit Wochen einen entscheidenden Beitrag dafür, dass die heimische Wirtschaft nicht völlig abstürzt“, betont Wiggert. Der Bau sei eine wichtige Lokomotive für die Konjunktur – auch im Kreis Potsdam-Mittelmark. Die IG BAU fordert deshalb in den anstehenden Tarifverhandlungen ein kräftiges Lohn-Plus.

Außerdem sollen die Fahrzeiten zur Baustelle entschädigt werden: „Heute hier, morgen da – 70, 80, 90 und mehr Kilometer am Tag sind für Bauarbeiter keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Das sind Zeit und Nerven, die sie auf der Straße lassen“, so Wiggert weiter. Bauleute könnten kein Home-Office machen; viele würden täglich zwei oder mehr Stunden im Auto sitzen, um auf die Baustelle zu kommen. Für die vielen gefahrenen Baukilometer und die dabei verlorene Lebenszeit müsse es endlich eine Entschädigung geben. Die Wegezeit sei deshalb für die IG BAU ein zentraler Punkt bei der Tarifrunde für die Baubranche, die am Dienstag (19. Mai) beginnt. Wegen der Corona-Krise waren die Verhandlungen zuvor verschoben worden.  PM

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