Brandenburg: Urlaub zu Hause

Mitte Juni hatte das Auswärtige Amt die Reisewarnung für die meisten Länder aufgehoben. Dennoch verbringen gut die Hälfte der Deutschen die Sommerferien voraussichtlich zu Hause. In Brandenburg sind es 50 Prozent.

Ein Drittel der befragten Brandenburger will im eigenen Land Urlaub machen. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der DEVK-Versicherungen mit mehr als 2.000 Befragten. Aus Brandenburg verreisen demnach 14 Prozent der Bürger innerhalb der EU – im bundesweiten Vergleich sind es 16 Prozent. 35 Prozent der Deutschen bevorzugen dabei Südeuropa, also Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien und Spanien. Auch Länder in Mitteleuropa wie Luxemburg, Österreich, Polen oder Ungarn sind beliebte Ziele (23 Prozent, ohne Deutschland).

Junge Leute trauen sich ins Ausland

Vor allem junge Leute bis 24 Jahre sind dem Ausland positiv gewogen: 27 Prozent machen diesen Sommer Urlaub innerhalb der EU, 8 Prozent reisen sogar ins außereuropäische Ausland. In Brandenburg wagen das lediglich 1 Prozent aller Befragten. Die ältere Generation ab 45 Jahren geht ebenfalls kein Risiko ein und bleibt lieber mehrheitlich zu Hause. Bei den über 55-Jährigen geben das 56 Prozent an. Auch Frauen sind vorsichtiger und bleiben in Deutschland (22 Prozent) oder ganz zu Hause (56 Prozent). Bei den Männern sind es nur 45 Prozent, die den Sommer zu Hause verbringen.

Auch die Umgebung ist sehens- und entdeckenswert: Schlepzig im Spreewald (Titelbild) oder das Jagdschloss in Königs Wusterhausen (Foto 2).

Berge und Meer locken Touristen
 

Für diejenigen, die in Deutschland Sommerurlaub machen, ist Bayern mit 17 Prozent das Top-Reiseziel. Mecklenburg-Vorpommern musste sich mit 16 Prozent knapp geschlagen geben. Insgesamt machen die Deutschen gerne Urlaub im Norden: Je 11 Prozent der Befragten reisen nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Starke Touristenmagneten dürften hier die Küsten an Nord- und Ostsee sein. In Brandenburg wollen 2 Prozent der Deutschen ihre Ferien verbringen.

Auch schon vor der Corona-Krise haben deutsche Urlauber ihr Heimatland als Reiseziel bevorzugt. Laut der jährlichen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ist Deutschland nach wie vor Urlaubsziel Nummer eins: 26 Prozent der Deutschen sind 2019 im eigenen Land verreist – ähnlich viele wie diesen Sommer. Auf Platz zwei landete im Vorjahr Spanien mit 12,7 Prozent, gefolgt von Italien mit 8,7 Prozent.
 

Corona stellt Pläne auf den Kopf

Doch dieses Jahr ist vieles anders: 42 Prozent der Brandenburger haben ihre Reisepläne aufgrund der Corona-Krise geändert. 16 Prozent haben das ursprüngliche Ziel verworfen und verbringen ihren Urlaub jetzt woanders. Dagegen wollen vergleichsweise wenige Befragte aus Brandenburg außerplanmäßig zu Hause bleiben (26 Prozent) – In Berlin geben das 37 Prozent an. Die meisten Brandenburger treten ihre Reise wie geplant an (44 Prozent). Zum Vergleich: Von den Befragten aus Nordrhein-Westfalen machen nur 22 Prozent planmäßig Urlaub.   PM

Bilder: Philipp Hochbaum