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Halloween – wo kommt es her, und was hat es mit dem Reformationstag zu tun?

Der Begriff Halloween leitet sich direkt vom christlichen Vorabend des Allerheiligenfestes ab: Aus dem englischen „All Hallows’ Eve“ (der Abend vor Allerheiligen) entwickelte sich über die Jahrhunderte der Name Halloween. Das Fest wird traditionell in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November begangen.

Ursprung und seit wann es gefeiert wird

Die exakten historischen Ursprünge sind unter Forschern umstritten, jedoch fließen zwei Haupteinflüsse zusammen:

Das keltische Samhain-Fest:

Die Wurzeln reichen vermutlich rund 2000 Jahre zurück nach Irland. Die Kelten feierten zu dieser Zeit das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit. Dem Mythos nach öffnete sich in dieser Nacht das Tor zur „anderen Welt“, sodass die Seelen der Verstorbenen und Geister die Erde besuchen konnten. Um böse Geister abzuschrecken, verkleidete man sich.

Die christliche Tradition:

Im 9. Jahrhundert legte die katholische Kirche das Fest Allerheiligen auf den 1. November. Das Verteilen von Süßigkeiten geht vermutlich auf ein christliches Almosengeben zurück, mit dem die Leiden der Toten im Fegefeuer gelindert werden sollten.

Im 19. Jahrhundert brachten irische Einwanderer das Fest in die USA, wo es stark kommerzialisiert wurde.

Nach Deutschland schwappte die Halloween-Welle erst Anfang der 1990er Jahre über – ironischerweise begünstigt durch den Golfkrieg, da 1991 der deutsche Karneval ausfiel und die Kostümindustrie nach neuen Absatzmärkten suchte.

Bräuche im Ländervergleich

USA & Kanada: Hier ist das Fest riesig. Kinder ziehen mit dem Spruch „Trick or Treat“ (Süßes oder Saures) von Haus zu Haus. Häuser werden extrem aufwendig dekoriert und gigantische Kürbisse (Jack O’Lantern) geschnitzt.

Irland & Schottland: Neben dem klassischen Verkleiden ist hier traditionell das sogenannte „Guising“ verbreitet: Kinder müssen an den Haustüren ein Kunststück vorführen (ein Lied singen, ein Gedicht aufsagen), um sich ihre Süßigkeiten zu verdienen. Ursprünglich schnitzte man hier Rüben statt Kürbisse.

Mexiko: Zeitgleich (vom 31. Oktober bis 2. November) wird der Día de los Muertos (Tag der Toten) gefeiert. Anders als beim gruseligen Halloween ist dies ein farbenfrohes, fröhliches Volksfest, bei dem die Familien die Gräber der Verstorbenen mit Blumen und Gaben schmücken, um das Leben der Toten zu feiern.

Deutschland: Der Trend hat sich stark etabliert. Kinder sammeln Süßigkeiten, Jugendliche und Erwachsene feiern Gruselpartys. Allerdings kollidiert das Fest mancherorts mit dem evangelischen Reformationstag am 31. Oktober und dem stillen katholischen Feiertag Allerheiligen am 1. November.

Feierlaune in den Bundesländern

Es gibt kein offizielles staatliches Statistik-Ranking darüber, in welchem Bundesland am exzessivsten gefeiert wird, aber das Saarland sticht beim Halloween-Kult besonders hervor.

Im Saarland hat sich über die letzten Jahre eine enorme Event-Dichte entwickelt: Die St. Wendeler Altstadt verwandelt sich regelmäßig in ein riesiges „Halloween-Spektakel“ mit Monstern und Nebelmaschinen, und im Erlebnisbergwerk Velsen wird traditionell ein extrem populäres „Halloween unter Tage“ gefeiert. Zudem begünstigt die Demografie und die Grenznähe zu Frankreich im Saarland (und ähnlich in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) die Feierlaune: Da am 1. November in diesen Bundesländern Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist, können die Menschen am Halloween-Abend unbesorgt bis tief in die Nacht hinein feiern.

Inhaltlich und historisch gibt es keine direkte theologische Verbindung zwischen Halloween und dem Reformationstag – dass beide Ereignisse am 31. Oktober stattfinden, basiert jedoch auf derselben kalendarischen Wurzel: dem katholischen Allerheiligenfest am 1. November.

Der historische Bezug und die heutige Dynamik lassen sich in drei Kernpunkte unterteilen:

Die gemeinsame Wurzel: Allerheiligen

Der Thesenanschlag: Als Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug, wählte er diesen Tag ganz bewusst aus. Der 1. November (Allerheiligen) war ein bedeutender kirchlicher Hochwertstag, an dem die Schlosskirche ihre große Reliquiensammlung ausstellte und Scharen von Gläubigen anzog. Luther nutzte den Vorabend (All Hallows’ Eve), um die maximale Aufmerksamkeit der Kirchenbesucher für seine Kritik am Ablasshandel zu gewinnen.

Die Namensgebung: Während aus diesem Vorabend im englischsprachigen Raum sprachlich Halloween wurde, markiert derselbe Abend im protestantischen Raum den Beginn der Reformation.

Theologische Gegensätze

Inhaltlich könnten die beiden Anlässe kaum unterschiedlicher sein:

Beim Reformationstag geht es im Kern um die Befreiung von religiöser Angst. Luther betonte, dass der Mensch keine Angst vor dem Fegefeuer, dem Teufel oder Gottes Zorn haben muss, weil Gottes Gnade ein freies Geschenk ist.

Das moderne Halloween hingegen spielt lustvoll mit der Angst, mit Geistern, Hexen, Dämonen und dem Gruseligen.

Die moderne Konkurrenz und Annäherung

Da das kommerzielle Halloween-Fest in Deutschland erst seit den 1990er Jahren populär ist, wird es von der evangelischen Kirche oft als Konkurrenz wahrgenommen. In einigen ostdeutschen und norddeutschen Bundesländern ist der 31. Oktober ein gesetzlicher Feiertag (wegen des Reformationstags) – viele Menschen nutzen den freien Tag und den Abend davor jedoch schlichtweg, um Halloween-Partys zu feiern.

Die Kirche reagiert darauf heute zweigleisig:

Abgrenzung durch alternative Angebote: Manche Gemeinden organisieren am 31. Oktober sogenannte „Church Nights“ oder veranstalten lutherische Feste unter dem Motto „Luther statt Monster“.

Kreative Synthesen: Es werden evangelische Bonbons verteilt – scherzhaft oft „Luther-Bonbons“ genannt –, wenn Kinder an der Tür klingeln. Manche Pastoren nutzen Halloween sogar auf humorvolle Weise in ihren Predigten, um zu erklären, dass Christen dank der Reformation „keine Angst vor alten Geistern“ haben müssen.

Der Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

Bilder: Pixabay lizenzfrei