So hat Brandenburg gewählt

Es waren zwei mit Spannung erwartete Wahlen, auf die die ganze Bundesrepublik geblickt hat: Die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am gestrigen 01. September – genau 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs. Wahlsieger in Brandenburg ist die SPD geworden. Zum siebten Mal in Folge konnte sie in ihrem Stammland die meisten Stimmen auf sich vereinen, erzielte jedoch mit 26,2 Prozent das schlechteste Ergebnis seit der Wende.

Die AfD mit Spitzenkandidat Andreas Kalbitz kommt auf 23,5 Prozent und ist somit zweitstärkste Kraft in Brandenburg. Mit einem Plus von 11 Prozentpunkten verdoppelte sie ihr Ergebnis im Vergleich zu 2014 fast.

Die CDU landet mit 15,6 Prozent auf Platz drei. Ihr Spitzenkandidat Ingo Senftleben musste nicht nur landesweit Verluste hinnehmen. Auch in seinem eigenen Wahlkreis konnte er nur mit Einbußen gewinnen. Die Grünen konnten zwar kräftig zulegen und mit 10,8 Prozent erstmals ein zweistelliges Ergebnis erzielen, bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Fast gleichauf landet Die Linke mit 10,7 Prozent, was einem Absturz um 7,9 Prozent bedeutet. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg: Das Ergebnis sei „sehr bitter“, sagte sie gegenüber der ARD.

BVB / Freie Wähler erhalten 5 Prozent der Stimmen und bleiben damit im Landtag vertreten, auch weil Spitzenkandidat Péter Vida das Direktmandat aus seinem Wahlkreis gewonnen hat. „Das haben uns viele nicht zugetraut“, sagte Vida sichtlich zufrieden im RBB-Fernsehen. Die FDP mit dem aus TKS-Wahlkreis antretenden Hans-Peter Goetz kommt auf 4,1 Prozent und zieht damit nicht in den Landtag ein.

Die Wahlbeteiligung lag bei 61,3 Prozent, deutlich mehr als 2014, als nicht einmal jeder Zweite wählen ging.

Ministerpräsident Dietmar Woidke kündigte Sondierungsgespräche mit allen Parteien außer der AfD an. Fest steht: Ein Zweier-Bündnis wie das Bisherige mit den Linken wird für eine Mehrheit nicht reichen. Laut der Sitzverteilung erhält die SPD 25 Sitze, die AfD 23, die CDU 15, Linke und Grüne jeweils 10 und BVB / Freie Wähler kommen auf 5 Sitze.

Als Koalition denkbar ist einerseits Rot-Rot-Grün mit insgesamt 45 Sitzen. Allerdings wäre hier die Mehrheit extrem knapp. Möglich ist auch Rot-Schwarz-Grün. Für letzteres spricht das mit 50 Sitzen solidere Mehrheitsverhältnis. In beiden Fällen wären die Grünen unter SPD-Führung an der Regierungsarbeit beteiligt.

Text/ Grafik: TSB