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Kleinmachnow: Früheres NH-Hotel wird nicht von Geflüchteten bezogen

Lange war das frühere NH-Hotel in Kleinmachnow als Übergangsquartier für Geflüchtete aus der Ukraine im Gespräch. Nun vermeldet der Landkreis Potsdam-Mittelmark: Aus Brandschutzgründen wird daraus nichts.

Nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine flohen Hunderttausende Menschen aus der Ukraine  – schätzungsweise 3.000 von ihnen fanden ihren Weg in den Landkreis Potsdam-Mittelmark und davon rund 340 nach Kleinmachnow. Privatpersonen brachten sie bei sich zu Hause unter, doch mit zunehmender Dauer wurden Quartiere benötigt, um die Gastgeber wieder zu entlasten.

Ein mögliches Quartier war schnell gefunden: das seit Juli 2020 leerstehende NH-Hotel mit seinen 243 Zimmern in Kleinmachnow. Die Zimmer wurden hergerichtet und alles für eine vorübergehende Belegung durch Geflüchtete aus der Ukraine vorbereitet. Schließlich stand der 01. Juni, dann der 01. Juli als Einzugsdatum im Raum, doch die Freigabe verzögerte sich weiter. Nun nennt der Landkreis den Grund: schwere Mängel beim Brandschutz.

„Insbesondere offene technische Unzulänglichkeiten an den RWA-Anlagen (Rauch-/Wärmeabzug) sowie der Brandmeldeanlage stehen einer kurzfristigen Nutzungsfreigabe des NH-Hotels noch immer entgegen“, erklärt nun der Pressesprecher des Landkreises, Kai-Uwe Schwinzert. Die Problembehebung wäre derart zeitaufwändig, dass die „sinnvolle Restnutzungsdauer des Hauses als Unterkunft als gefährdet angesehen werden“ müsse, weshalb der Kreis nun von der geplanten Nutzung des Hotelgebäudes absehe.

Zuvor hatte der Landkreis 70.000 Euro für Investitionen in die Hotelanlage bewilligt, doch diese Maßnahmen sind nun hinfällig. Spätestens zu Beginn der Heizperiode hätte die derzeit defekte Heizungsanlage den Landkreis und die Bewohner vor eine neue Herausforderung gestellt. Ein neues Quartier oder eine provisorische Reparatur der Heizung standen im Raum. Schwinzert stellt nun eine Unterkunft im „Berliner Gürtel“ in Aussicht. Diese sei bereits gefunden und bezugsfertig, und der Bürgermeister sei bereits in Kenntnis gesetzt worden. Dabei handele es sich ausdrücklich nicht um das frühere Telekom-Gelände in Stahnsdorf. Derzeit kalkuliert der Landkreis mit etwa 70 dringenden Umzugsfällen; hinzu kämen 113 Umzugswünsche ohne besondere Dringlichkeit.

Im früheren NH-Hotel befindet sich bereits der „Willkommensladen“ der USE Kleinmachnow. Sein Verbleib in dem Gebäude ist aufgrund der festgestellten Mängel nun fraglich, doch mit „großer Wahrscheinlichkeit“ könne dieser nach einer ausführlichen Prüfung dort verbleiben. ph

Symbolbild: Pixabay.com