Reicht der Platz für alle Schüler?

Im letzten halben Jahr sind in ­Teltow knapp 900 Einwohner dazugekommen, damit nähert sich die Einwohnerzahl Teltows in rapiden Schritten der Marke von 30.000. Rund sechs Prozent davon sind Grundschüler. Allerdings werden nur etwa 1.200 der 6–12-Jährigen an kommunalen Grundschulen unterrichtet, ein gutes Drittel der Schüler besucht eine Grundschule in privater Trägerschaft.

Die Stadt Teltow ist Träger dreier Grundschulen („Am Röthepfuhl“, „Ernst-von-Stubenrauch“ und „Anne-Frank-Grundschule“), welche insgesamt neun Züge haben. Kapazitäten, die in den kommenden fünf Jahren nicht ausreichen werden, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. Stieg die Anzahl der Erstklässler im Vergleich zum Vorjahr 2018 noch um 15 Schüler, waren es 2019 bereits 56 Schüler mehr. Im kommenden Schuljahr rechnen einige Schulen mit einem weiteren Anstieg der Zahlen. Die Stadt Teltow rechnet für 2020 mit der Entstehung von knapp 300 weiteren Wohneinheiten und plant daher, ab dem übernächsten Schuljahr (August 2021) eine vierte Grundschule einzurichten. Dazu sollen die Räume der ehemaligen Bruno-H.-Bürgel-Oberschule in der Potsdamer Straße umgebaut werden, die derzeit leer stehen. Begonnen wurde mit den Arbeiten vor Ort jedoch noch nicht.

Weitere Grundschulplätze sollen zum Schuljahr 2025/26 geschaffen werden. Dies ist jedoch abhängig von der Fertigstellung des Neubaus der Gesamtschule des Landkreises Potsdam-Mittelmark an der Mahlower Straße. Derzeit ist die ­Gesamtschule in den von der Stadt begehrten Räumen der ehemaligen ­Mühlendorf-Oberschule in der Albert-Wiebach-Straße untergebracht. Da sich der Neubau einer Gesamtschule noch in der Genehmigungsplanung befindet und ein Termin für den Baubeginn bisher nicht feststeht, wurde das Gebäude nun mit Raummodulen erweitert, um den Schulbetrieb zu entlasten.

Viele Eltern ärgern sich, dass die Schaffung von Schulplätzen nicht zügig genug vonstattengeht. „Es sind stetig steigende Zahlen an Erstklässlern zu verzeichnen, die sich mit dem weiteren Zuzug noch verschärfen werden“, wird aus Elternvertreterkreisen zunehmend verlautbar. Sie befürchten, dass Hort- und Fachräume zu Klassenräumen umfunktioniert werden müssen, wenn der Ansturm auf Teltows Schulen weiter anhält. Denn kommunale Schulen müssen – anders als Schulen in privater Trägerschaft – alle schulpflichtigen Kinder ihres Einzugsgebiets aufnehmen, selbst wenn sie ursprünglich für ­weniger Züge errichtet worden sind.

Eine Idee, städtebauliche Auflagen hinsichtlich der schulischen Infrastruktur durch die Stadt erteilen zu lassen, greife ausschließlich auf Flächen, für die noch kein Baurecht geschaffen wurde, erklärt Stadtsprecher Jürgen Stich. Allerdings müssen solche Vereinbarungen „den gesamten Umständen nach angemessen sein und durch die Stadtverordneten beschlossen werden.“ Demnach müsste die Stadt bei der Aufstellung von Bebauungsplänen die Infrastrukturbelange, zu denen auch die Schulsituation gehört, von Beginn an in ihren Planungen berücksichtigen. Wie die sich derzeit abzeichnende Situation zeigt, hat die Stadt an diesem Punkt ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Text: Madlen Pilz