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Ukraine-Flüchtlinge: Neues Ankunftszentrum im früheren Flughafen Tegel

Immer mehr aus der Ukraine Geflüchtete kommen nach Berlin. In der kommenden Woche soll das neue Ankunftszentrum in Tegel auf voller Kapazität laufen. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.

Das Ankunftszentrum im früheren Flughafen Berlin-Tegel für Geflüchtete aus der Ukraine soll in einer Woche bei voller Kapazität laufen. Das teilte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Sonntag bei einem Besuch der Notunterkunft im alten Flughafengebäude mit. Schon in den kommenden Tagen soll das Ankunftszentrum in Tegel schrittweise seine Kapazität erhöhen, bis täglich bis zu 15.000 Menschen und im Notfall auch mehr dort versorgt werden können. Auf dem Rollfeld wird derzeit hierfür ein großes, beheiztes Zelt als Ankunfts-und Verteilzentrum errichtet.

Um die große Menge an Ankommenden zu versorgen, werden 20 Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für eine Woche nach Tegel entsandt, um hier Mitarbeiter einzuarbeiten. Berlin sei dabei, einen Personalpool der Landesverwaltung mit Freiwilligen aufzubauen, die aus allen Bereichen der Verwaltungen entsandt werden. Sie sollen am Ende mindestens 60 elektronische Registrierungsstationen in drei Schichten bedienen können. Allein hierfür würden laut Giffey mindestens 200 Mitarbeiter benötigt.

Laut Giffey werden demnächst Sonderzüge aus Polen an Berlin vorbeigeleitet, um die Hauptstadt zu entlasten. Ein Ziel sei unter anderem Hannover. Dennoch werde in Berlin mit Tausenden Menschen pro Tag gerechnet. Deshalb sei auch geplant, den stillgelegten Terminal am Flughafen Schönefeld mit 25.000 Quadratmetern in Betrieb zu nehmen. Nebenan befinde sich außerdem ein geeignetes Feldbettenlager. Bundesfinanzminister Christian Lindner habe derweil zugesagt, dass Berlin die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau nutzen könne – sie hat eine Kapazität für weitere 1.000 Menschen. Hinzu kommen 5 Gemeinschaftsunterkünfte, die in den nächsten Tagen an den Start gehen.

Die Berliner Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sieht das Land durch die Geflüchteten weiter vor große Herausforderungen gestellt. Jeder Tag sei ein Wetlauf, um für alle Ankommenden Unterkunftsplätze zu finden. Dabei sei das, was man gerade erlebe, erst der Anfang. Nötig seien auch mehr Verwaltungsmitarbeiter für diese Aufgaben, so Kipping. Man habe schon Personal aus anderen Bereichen abgezogen. Es müssten aber auch neue Stellen geschaffen werden, wofür auch der Bund schon um Hilfe ersucht worden sei. Nach Senatsangaben sind am vergangenen Wochenende etwa 4.000 weitere Geflüchtete aus der Ukraine in Berlin angekommen. ph

Symbolbild: Pixabay.com