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Razzia bei Hell´s Angels in Berlin und Brandenburg

In Brandenburg und Berlin wurde am Donnerstagvormittag eine Großrazzia gegen die Hells Angels. Im Fokus steht offenbar die Verwendung der Software Encrochat zur Abwicklung illegaler Geschäfte.

Die Polizei hat am Dnnerstagvormittag zahlreiche Wohnungen in Brandenburg und Berlin durchsucht. Hintergrund ist eine Großrazzia gegen die Hells Angels, denen großangelegter Drohgenhandel zur Last gelegt wird, so das Polizeipräsidium Potsdam bestätigte. Laut Präsidium wurden Standorte in sechs Brandenburger Orten durchsucht: in Potsdam, Werder, Stahnsdorf und Saarmund. Hinzu kommen elf Durchsuchungsorte in Berlin.

Gegen drei Personen aus Brandenburg sind Haftbefehle vollstreckt worden, so Ministeriumssprecher Torsten Herbst. Davon seien zwei von Spezialkräften festgenommen worden, ein weiterer Verdächtiger von der Bereitschaftspolizei. Die entsprechenden Haftbefehle hat das Amtsgericht Frankfurt (Oder) ausgestellt. Die Ermittlungen der Schwerpunktstaatsanwalt Organisierte Kriminalität in Frankfurt (Oder) richten sich gegen einen vierten Brandenburger, gegen den aber kein Haftbefehl vorliegt. Drei der Männer sind dem Potsdamer „Chapter“ der Hells Angels zuzuordnen. Zudem sind vier weitere Rocker in Berlin verhaftet worden. Mindestens 130 Beamte waren im Einsatz und durchsuchten Wohnungen, Gewerberäume und andere Orte.

Hintergrund der Razzia ist die Software Encrochat. Die Kryptorisierungs-Software soll von den Hells Angels zur Abwicklung von illegalen Geschäften genutzt worden sein. Ermittler erlangten Zugang zu den Informationen – sie konnten illegale Absprachen in einer großen Zahl von Fällen nachverfolgen, während sich die Kriminellen auf ihren verschlüsselten Kommunikationswegen in Sicherheit wähnten. Den jetzigen Razzien sind monatelange Ermittlungen vorausgegangen.

Was genau die Beamten sichergestellt haben, ist noch nicht bekannt. Es dürfte um die Sicherstellung von Datenträgern und Sachwerten gehen. Die Potsdamer Hells Angels waren jahrelang auch öffentlich sichtbar sehr aktiv: Sie hatten eine eigene Kneipe in der Potsdamer Innenstadt. PM

Symbolbild: Pixabay.com