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Brandenburg und Berlin wollen 2G-Regel im Einzelhandel kippen

Mehr Corona-Infektionen in Brandenburg, sinkende Zahlen in Berlin. Dank der momentan überschaubaren Lage in den Krankenhäusern planen beide Länder erste Lockerungen: Im Einzelhandel soll die 2G-Regel fallen.

Derzeit gestattet die 2G-Regel in Brandenburg nur Geimpften und Genesenen den Zutritt zum Einzelhandel. Diese Maßnahme wollen beide Länder nun aufheben – stattdessen soll in den Geschäften die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske gelten. In Brandenburg soll außerdem die nächtliche Ausgangsbeschränkung für Ungeimpfte in Hotspot-Regionen entfallen. In Gaststätten soll unterdessen weiterhin die 2G-plus-Regel gelten: Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene, die entweder einen negativen Test oder eine Auffrischungsimpfung („Booster“) nachweisen können.

In Brandenburg wird die Landesregierung am Dienstag endgültig entscheiden. Grundlage für die Überlegungen sei eine Anpassung an die Omikron-Variante des Coronavirus, die bei hohen Infektionszahlen von einem vergleichsweise milden Verlauf gekennzeichnet ist, so Regierungssprecher Florian Engels in Potsdam. Die Neubeurteilung geschehe stets unter Berücksichtigung der Lage im Gesundheitswesen. Außerdem ist geplant, die Kontaktverfolgung in der Gastronomie auszusetzen; beim Sport im Freien solle die 3G-Regel gelten.

Kritik am Vorgehen äußerte der Gastronomiesektor. Beim Einzelhandel handele die Landesregierung übervorsichtig, bemängelte Olaf Schöpe, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Andere Länder hätten bereits Lockerungen für die Gastronomie geplant. Die 3G-Regel sei für die Gastronomen besser als 2G-plus.

Unterdessen steigt die Corona-Inzidenz in Brandenburg weiter an: Bis Dienstagvormittag wurde hier ein Wert von 1.799 gemeldet (Stand: 08. Februar, 10:20 Uhr), gegenüber 1.448 Fällen in der Vorwoche. Allerdings fiel der Anstieg gegenüber den vergangenen Tagen weniger rasant aus als in den vergangenen Wochen. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 5,3 Einweisungen in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen. In der Mark gelten bislang 67,7 Prozent der Bürger als vollständig geimpft, lediglich 47,6 Prozent haben die Booster-Impfung erhalten. Bundesweit sind 74,5 Prozent doppelt geimpft und immerhin 54,5 Prozent „geboostert“.

Ähnliche Pläne in Berlin

Auch in Berlin wird eine Aufhebung der 2G-Regel für den Einzelhandel ins Auge gefasst, bei gleichzeitiger Einführung der FFP2-Pflicht. Hier will der Senat am Dienstagnachmittag (08. Februar) abschließend beraten. „Die Omikron-Welle erfordert in vielen Bereichen angepasste Regelungen“, erklärte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Montagabend. Nach den Brandenburger Lockerungsperspektiven plane auch Berlin, die 2G-Regel im Einzelhandel in absehbarer Zeit zu beenden. Allerdings werde noch nicht auf der aktuellen Senatssitzung endgültig entschieden, sondern erst in der kommenden Woche. „Wir werden dafür die FFP2-Maskenpflicht überall im Einzelhandel einführen, da diese Masken den besten Schutz vor Infektionen bieten“, erklärte Giffey.

Mit der Neuregelung werde es möglich, einerseits den Handel und seine Beschäftigten zu entlasten und andererseits für den weiterhin notwendigen Schutz zu sorgen. „Dazu habe ich mich mit [Brandenburgs] Ministerpräsident Woidke verständigt“, sagte Giffey weiter. „Unser Ziel ist, zu abgestimmten und einheitlichen Regelungen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu kommen.“

Unterdessen beginnen die Corona-Zahlen in Berlin zu sinken. Am Dienstagvormittag (Stand: 08. Februar, 10:20 Uhr) wurde hier eine 7-Tages-Inzidenz von 1.778 gemeldet, gegenüber 1.981 Fällen in der Vorwoche. Die Hospitalisierungsrate liegt derzeit bei 4,1. In der Hauptstadt gelten 75,7 Prozent als vollständig geimpft, 55,6 Prozent haben bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten. ph

Symbolbild: Pixabay.com