Jugendgeschichtsmesse 2026: Geschichte erforschen, Gegenwart verstehen
Am Samstag, 7. November 2026, lädt der Landesjugendring Brandenburg e. V. gemeinsam mit dem Brandenburg Museum von 11 bis 16 Uhr zur Jugendgeschichtsmesse nach Potsdam ein. Jugendliche aus ganz Brandenburg präsentieren dort ihre eigenen Forschungen zur Geschichte vor Ort und zeigen, warum ein Blick zurück gerade heute wichtig ist.
Was hat die Geschichte der DDR mit politischen Debatten von heute zu tun? Und was bedeutet es, an einem Ort zu leben, an dem Menschen während des Nationalsozialismus verfolgt und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden?
Auf der Jugendgeschichtsmesse suchen Jugendliche nicht nur nach Antworten auf historische Fragen, sie fragen auch, was diese Geschichte mit ihrer eigenen Gegenwart zu tun hat.
Seit 2005 gibt die Jugendgeschichtsmesse jungen Menschen eine Bühne, ihre Perspektiven auf Geschichte zu zeigen. Was mit ersten Jugendgruppen begann, ist heute ein landesweites Forum für historisch-politische Bildung, Austausch und Vernetzung. Auf der Jugendgeschichtsmesse 2026 werden viele Jugendgruppen und Einzelpersonen vertreten sein, um ihre lokalen Forschungsprojekte der letzten 100 Jahre zu präsentieren. Neben Modellen und klassischen Ausstellungen stehen vor allem digitale Präsentationsformate und Interviews mit Zeitzeug:innen im Fokus.
Der Rahmen „Geschichte vor Ort“ ist dabei mehr als ein pädagogisches Prinzip. Wer selbst in Archiven recherchiert, Quellen miteinander vergleicht, Zeitzeug:innen befragt und sich ein eigenes Bild macht, lernt Geschichte nicht als fertige Erzählung kennen. Die Jugendlichen erfahren, dass historische Erkenntnis Recherche, Perspektivwechsel und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Quellen voraussetzt. Genau darin liegt eine besondere Stärke der Jugendgeschichtsarbeit: Junge Menschen werden nicht nur zu Zuhörenden, sondern zu Forschenden und Vermittler ihrer eigenen Geschichte.
Diese jungen Menschen zeigen mit ihrem Engagement, was sie wirklich interessiert. Geschichte wird für sie besonders dann relevant, wenn sie einen Bezug zum eigenen Leben bekommt.
Das Jugendprogramm „Zeitensprünge“ wird mit elf engagierten Gruppen vor Ort sein, um ihre Projekte vorzustellen. Sie haben seit dem Frühjahr selbstständig recherchiert, Archive besucht, Quellen ausgewertet, Menschen interviewt und historische Orte erkundet. Die Ergebnisse reichen von Zwangsarbeit und NS-Geschichte über die DDR und die deutsche Teilung, Sport in der DDR bis zu Fragen nach Zugehörigkeit und dem Ankommen an einem neuen Ort.
Wie Jugendliche Geschichte vor Ort erforschen, zeigen auch die Projekte aus Potsdam und Schöneiche:
In Potsdam wollten Jugendliche mit dem Projekt „Die unter uns – Stasi im Alltag“ herausfinden, wie präsent die Stasi im DDR-Alltag wirklich war und welche Berührungspunkte hatte man als ganz „normaler“ DDR-Bürger. In Schöneiche forschte die Jugendgruppe „Messing unter unseren Füßen“ zur Biographie einer jüdischen Familie.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch 2026 auf der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Das Projekt „re<<member – Jugendliche erinnern an NS-Verbrechen in Brandenburg“ ermöglicht Jugendlichen, selbstgewählt und außerschulisch nach Spuren der NS-Zeit in ihrem unmittelbaren Umfeld zu suchen. Sie erforschen lokale NS-Geschichte, fragen danach, wie heute an die Verbrechen erinnert wird, und entwickeln mit Film, Podcast und Performance eigene Formen der Vermittlung. Zugleich können sie im Jugendnetzwerk mitbestimmen, wie Erinnerung aus ihrer Sicht gestaltet werden soll.
Datum und Uhrzeit: Samstag, 7. November 2026, 11–16 Uhr
Ort: Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam
Eintritt: frei
Anmeldung: Gäste werden um Anmeldung über die Webseite gebeten.
Foto: Wikipedia
