Stahnsdorf: Landkreis sieht neue Feuerwache eher in der Annastraße

Nach fast zehn Jahren Streit hat die Gemeinde Stahnsdorf einen Kompromiss gefunden und als Standort für das neue Feuerwehrdepot ein Grundstück zwischen Güterfelder Damm, Am Upstall und Friedrich-Naumann-Straße ausgewählt. Heute hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark (UNB) diesem Plan vorerst einen Riegel vorgeschoben. In einem dreiseitigen Brief erklärte sie, dass der Standort nicht alternativlos ist.

Weil das bisherige Domizil am Dorfplatz zu klein und marode ist, braucht die Feuerwehr einen Neubau. Unter anderem wegen der zentralen Lage und der schnellen Erreichbarkeit für die diensthabenden Feuerwehrleute hatte man sich für die oben genannte 7.500 Quadratmeter große Fläche entschieden und diese von einer Erbengemeinschaft gekauft.  Aber sie liegt zum Teil im Landschaftsschutzgebiet Parforceheide und müsste aus dem Landschaftsschutz herausgelöst werden. Die Gemeinde sollte darum nachweisen, dass es keine Alternative für dieses Grundstück gibt und trug in einem Schreiben Gründe zusammen. Diese sind für die Untere Naturschutzbehörde allerdings nicht ausreichend.

Sechs der von der Gemeinde aufgeführten Alternativstandorte Dorfplatz 2, Güterfelder Damm, Flur 4, Flurstück 2087 (= Wald nördlich der Landesstraße 77), Gewerbegebiet, Dreieck zwischen Ruhlsdorfer Straße und Grüner Weg, Fläche zwischen Mühlenstraße und Bahnschacht und Güterfelder Damm, Flur 4, Flurstück 756 (= bebautes Grundstück nähe Netto-Markt) hält die Naturschutzbehörde ebenfalls für keine Alternative.

Einzig das gerade mal 800 Meter von der nun favorisierten Fläche gelegene Grundstück in der Annastraße sei geeignet: „Das Grundstück erscheint aus tatsächlichen Gründen nicht ungeeignet, zum Standort des neuen Feuerwehrdepots entwickelt zu werden.“ Dafür würden unter anderem dessen Ausstattung (unbebaute Freifläche ohne Wald und ohne gesetzlich geschützte Biotope), die ausreichende Flächengröße, die Lage unweit der Hauptsammelstraße Güterfelder Damm sowie die Tatsache sprechen, dass die Flurstücke – ebenso wie bei den Fläche im Landschaftsschutzgebiet – im Eigentum der Gemeinde sind. Doch der Bebauungsplan sieht dort eine Schule vor. Versuche, dies zu ändern und das Grundstück als Gesamtensemble samt Feuerwache zu entwickeln, fanden bei den Gemeindevertretern nie eine Mehrheit.

In der Bebauung im Landschaftsschutzgebiet Gebiet sieht die Behörde einen „ernsthaften städtebaulichen Widerstand“, was sie mit deren naturräumlicher Bedeutung begründet. Die Fläche Am Upstall ist aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde „[…]im Flächennutzungsplan ein Verbindungsglied des einzigen Grünzugs zwischen den landschaftsschutzrechtlich geschützten und sonst isolierten Upstallwiesen im Norden über den Schwarzen Pfuhl bis zu den sich südlich der Ortslage Stahnsdorf erstreckenden Feldflur.“ Dieser Grünzug erfülle Funktionen des Biotopverbundes, eine Bebauung der Fläche würde den Grünzug unterbrechen und den Biotopverbund blockieren.

Nach gegenwärtiger Aktenlage – so schließt die UNB ihre schriftlichen Ausführungen – scheide in der Gesamtschau die Standortalternative Annastraße zur LSG-Fläche Am Upstall weder aus tatsächlichen noch aus rechtlichen Gründen aus, „sondern ist jedenfalls für die Nutzung für ein neues Feuerwehrdepot nicht minder geeignet.“

Der Landkreis hat die Gemeinde darum gebeten, die Sachlage erneut zu beraten. Bürgermeister Bernd Albers will sich noch im März mit dem beratenden Gremium aus Gemeindevertretern, Verwaltung und Feuerwehr zusammensetzen, um Sachlage zu erörtern: „Wir müssen jetzt gemeinsam die schnellstmögliche Lösung für den Neubau auf den Weg bringen, das sind wir der Feuerwehr schuldig“.

Text: PM/TSB