Biomalzspange: Mehr Lärmschutz gefordert

Im Planfeststellungsbeschluss der neuen Verbindungsstraße Biomalzspange wird die Frage nach aktivem Lärmschutz in Form einer 120 Meter langen Schallschutzwand aufgegriffen.

Im Hauptausschuss der Stahnsdorfer Gemeindevertretung wurde fraktionsübergreifend Verständnis für die Bedenken der Anwohner geäußert, denen der vorgesehene Lärmschutz nicht weit genug geht. „Jede zusätzliche Verkehrsachse führt zu Beeinträchtigungen der Bürger“, sagt Gerold Maelzer (BfB). Seine Fraktion ist deshalb für Vorschläge vonseiten der Anwohner offen, denn „die Kommune trägt die Kosten für Lärmschutzmaßnahmen, wie auch immer sie aussehen.“ Er setzt sich dafür ein, dass zeitnah eine Informationsveranstaltung stattfindet, in der die Verwaltung in einen sachlichen Dialog mit den Anwohnern tritt und die vom Planungsbüro sowie der Stadt Teltow begleitet wird.

Thomas Michel (B90/Grüne)weist darauf hin, dass die Lärmschutzmaßnahmen der Planfeststellung „formaljuristisch sicher korrekt“ seien. Das hieße jedoch nur, dass im unmittelbaren Nahbereich die Grenzwerte eingehalten würden. „Für eine gesunde Wohnlage im angrenzenden Bereich reicht das aus unserer Sicht aber nicht“, so Michel. Baulich könne durchaus an der Lärmschutzwand noch etwas weiter angesetzt werden.

Wolfgang Brenneis (CDU) kritisiert, dass lärmphysiologische Fragestellungen im schalltechnischen Bericht der Planfeststellung nicht erörtert wurden. „Es gibt einen Unterschied zwischen juristisch definiertem und persönlich erlebtem Lärm der Betroffenen“, erklärt er. Seine Fraktion unterstützt die Idee, in einem Dialog Ideen zu sammeln, um zu erörtern, welche zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen de facto realisierbar sind. Außerdem fordert er zeitnah eine neue Verkehrszählung auf den umliegenden Straßen, um die sieben Jahre alten Verkehrsprognosen zu aktualisieren. „Falls sich das Verkehrsaufkommen inzwischen erhöht hat, könnten Maßnahmen zum erweiterten Lärmschutz jetzt schon ergriffen werden.“

Harald Mushack (Die Linke) schlägt eine Zählung nach Bauende und ca. zwei Jahre später direkt an der neuen Straße vor. So könne überprüft werden, ob die reellen Verkehrsverhältnisse den Schätzungen der Betroffenen bzw. den prognostizierten entsprechen. Auf Basis dieser Zahlen sollten dann freiwillige Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Bürgermeister Bernd Alber sichert zu, „bei Überschreitung von Grenzwerten im Zuge der Planergänzung gemeinsam mit den Gemeindevertretern zu überlegen, welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen ergriffen werden können“. Der Vorschlag wird auch von Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier) unterstützt. „Es ist bedauerlich, dass es nicht gelungen ist, die Bedenken der Bürger in die Planfeststellung zu integrieren“, sagt er. Er fordert die Anwohner auf, die Zusicherungen der Gemeindevertreter beim Wort zu nehmen: „Wir sind auf der Seite der Bürger!“

Text und Foto: pi

 

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