Wir stellen vor: Herr Konsul Giordani

Dortmund ist mit 580.000 Einwohnern die größte Stadt Westfalens. Seit über 40 Jahren ist in Dortmund die Republik Italien diplomatisch vertreten. Das italienische Konsulat hat einen Zuständigkeitsbereich, der über 300 Kilometer Länge aufweist: Von der Landesgrenze Niedersachsens im Norden und Osten, im Westen bis zur Staatsgrenze der Niederlande und im Süden bis zum Rheinland erstreckt sich der Amtsbezirk dieses Konsulats. Für den rheinischen Teil innerhalb Nordrhein-Westfalens ist auf italienischer Seite das Generalkonsulat in Köln zuständig.

International und bunt

Konsul Franco GiordaniDer diplomatische Hausherr in Dortmund in dem ehrwürdigen Gebäude ist seit Herbst 2016 Herr Konsul Franco Giordani. Er kam 1959 in der Nähe von Rom zur Welt und hat erfolgreich Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt internationale Beziehungen studiert. Franco Giordani schloss sein Studium mit einem Master im Fachbereich internationale Kooperation ab. Anfangs war er im italienischen Außenministerium für die Planung von internationalen Projekten im Einsatz. Dienstreisen führten ihn unter anderem nach Mali, Mauretanien, Pakistan, Afghanistan, Senegal, Philippinen und Guatemala. Dann wurde er zum Verwaltungsleiter der italienischen Botschaft in London ernannt. Diese Aufgabe füllte der Diplomat 7 Jahre lang aus.

Mit einem freundlichen „Willkommen in Dortmund, herzlichen Dank, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind“ bittet der Hausherr erst einmal zum Espresso und Gebäck. Wie muss sich da der Diplomat nur 7 Jahre lang in London gefühlt haben? „Jede Stadt auf dieser Welt mit ihren Menschen und den verschiedensten Kulturen, Religionen und Sprachen hat ihren eigenen Charme. In London hatte ich einen ganz anderen Aufgabenbereich in der Botschaft meines Landes als in Dortmund im Konsulat. Dazu kommen unterschiedlichste Problematiken.“

Dazu zählen beispielsweise die Ausstellung von Papieren und Beglaubigungen für italienische Staatsbürger, die im Konsularbezirk leben oder hier zu Gast sind. Ein großer Aufgabenbereich ist „auch die Zusammenarbeit mit deutschen Standesbeamten. Da haben wir uns kürzlich dazu entschlossen, die Standesbeamten aus der Region zu einer Tagung ins Konsulat einzuladen. So kann man sich einmal austauschen und in Gesprächen herausfinden, ob man Verbesserungen am jetzigen Modus vornehmen kann.“

Das Konsulat als Atelier

„Das Konsulat ist eine Einrichtung“ erzählt weiter der Konsul „die helfen möchte, wo immer es geht. Ich habe bereits eine Änderung ganz anderer Art vorgenommen. Außerhalb der Sprechzeiten finden jetzt regelmäßig Kunstausstellungen statt. Italienische Maler, Bildhauer, Graphiker, Fotografen, die hier leben, stellen ihre Kunstwerke aus. Am Eröffnungstag der Vernissage kommen geladene Gäste und sind die ersten, die sich an den Kunstwerken erfreuen können. Dann steht an den folgenden Tagen der Allgemeinheit das Konsulat zur Verfügung, um die Gemälde, Radierungen, Fotografien und Skulpturen in Augenschein zu nehmen.“ Alle 3 Monate werden die Kunstwerke ausgetauscht und andere Kulturschaffende präsentieren im Dortmunder italienischen Konsulat ihre Werke. „Demnächst werden auch italienische Autoren hier aus ihren Werken lesen.

Konsul Giordani mit seiner Harley DavidsonWas sehr verwundert hat: Es befindet sich im Fuhrpark des Konsulats auch seine private Harley Davidson. Das Motorrad hat selbstverständlich auch ein diplomatisches Kennzeichen. „Meine Lederjacke ziehe ich aus, sobald ich am Veranstaltungsort angekommen bin und streife mir ein Jackett über.“ Ein Jackett hatte er nicht dabei als er kürzlich standesgemäß mit seiner Harley-Davidson zu einem Motorradtreffen nach Bottrop fuhr.

„Fahrten ins Sauerland, nach Münster oder Bielefeld habe ich in meiner Freizeit ebenfalls schon unternommen. Die Region erkunde ich gerne per Motorrad. Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich. Kürzlich war ich zum ersten Mal in meinem Leben in Herne auf dem zweitgrößten Volksfest in Deutschland, der Cranger Kirmes. Vom Herner Oberbürgermeister Herrn Dr. Frank Dudda wurde ich freundlich begrüßt. Neben unserem Tisch saß auch Hans Tilkowski, es war mir eine Ehre, diesen großartigen Sportler persönlich zu treffen.“

Fußballfreunde wissen es: 1966 das Tor von Wembley im Endspiel der Weltmeisterschaft zwischen Gastgeber England und Deutschland. Das sagenhafte 3:2 für die Engländer, ein Tor, das keines war. „Fußball ist auch ein großes Hobby von mir. In Dortmund bin ich da ja sehr gut aufgehoben.“ Franco Giordani sieht sich nicht nur Spiele der Borussia an, wenn er schon im Stadion ist, dann natürlich mit dem Borussia-Dortmund-Schal.

Dann berichtet der Herr Konsul von der Historie seines Landes, von Julius Cäsar und dem herrlichen und sonnigen Sizilien, Kalabrien und der Toskana. Unsere Redaktion wird demnächst das Gespräch mit Herrn Konsul Giordani fortführen. Der Diplomat wird die touristischen Sehenswürdigkeiten Italiens vorstellen-natürlich garantiert wieder bei guten Tassen Espresso. An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals beim italienischen Konsul Herrn Giordani für das Gespräch und seine Gastfreundschaft.

Texte/ Foto: VTN

 

 

 

Fotos: Italienisches Konsulat, Dortmund by Joehawkins via Wikimedia Commons [CC BY 4.0]