Europäisches Kulturerbejahr gewinnt an Fahrt

Die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, begrüßt die am 26. Juli bekannt gegebenen Förderentscheidungen des Bundes für Vorhaben zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 ‘SHARING HERITAGE‘. Mit Mitteln in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro unterstützt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, in diesem Jahr bundesweit Projekte zum Kulturerbejahr. „Die Förderung des Bundes ist ein sehr gutes Signal und gibt dem Europäischen Kulturerbejahr in Deutschland einen wichtigen Schub. Ich freue mich, dass sich auch viele Länder, Kommunen, Institutionen und Einrichtungen auf den Weg gemacht haben und eigene Projekte planen und realisieren. Das Kulturerbejahr soll in den unterschiedlichen Regionen für die Bürgerinnen und Bürger erfahr- und erlebbar werden“, so Münch. „Das vielseitige und unterschiedliche kulturelle Erbe ist Teil unserer europäischen Geschichte und Grundpfeiler unserer kulturellen Vielfalt. Das Kulturerbejahr bietet uns allen, vor allem aber der jungen Generation, eine einmalige Gelegenheit, die Kultur und Geschichte in Europa neu zu entdecken und mit Leben zu füllen. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen in Europa und weltweit können wir mit dem Kulturerbejahr das Verbindende unserer gemeinsamen kulturellen Wurzeln und zugleich die kulturelle Vielfalt des Kontinents in den Blickpunkt rücken. Mit dem Kulturerbejahr wollen wir wieder ‘Lust‘ auf Europa machen.“

Der Bund fördert in diesem Jahr insgesamt 34 ausgewählte Projekte in mehreren Bundesländern, darunter in Brandenburg das Projekt ‘Beiderseits der Oder: Geschichtsraum / Grenzraum / Begegnungsraum‘ der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH. Die Europäische Union stellt insgesamt 8 Millionen Euro für Maßnahmen zur Förderung und Bewahrung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes im Rahmen des Themenjahres zur Verfügung. Weitere Mittel stellen die Länder und Kommunen bereit.

Hintergrund: Das Europäische Kulturerbejahr unter dem Motto ‘SHARING HERITAGE‘ geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Im August 2016 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Beschluss vorgelegt, im Februar und Mai 2017 haben das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat zugestimmt. In Deutschland haben die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, und Kulturstaatsministerin Monika Grütters im März 2017 in Berlin öffentlich zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018 aufgerufen.

Der deutsche Beitrag orientiert sich an zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmten Themen unter der Grundidee ‘Das Europäische im Lokalen entdecken‘. Der deutsche Beitrag setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung des Kulturerbes an Kinder und Jugendliche. Ein Nationaler Programmbeirat begleitet den deutschen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 inhaltlich und beratend. Ihm gehören unter anderem der Deutsche Kulturrat, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Deutsche UNESCO Kommission und der Deutsche Museumsbund an. Der Nationale Programmberat hat fünf Leitthemen entwickelt, die sich als Rahmen für viele Aktionen eignen: ‘Europa: Austausch und Bewegung‘, ‘Europa: Grenz- und Bewegungsräume‘, ‘Die Europäische Stadt‘, ‘Europa: Erinnern und Aufbruch‘ sowie ‘Europa: Gelebtes Erbe‘. Im Land Brandenburg werden rund 30 Projekte im Rahmen des Kulturland-Themenjahres mit unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Zugängen vielfältige Perspektiven auf das europäische Kulturerbe in Brandenburg geben.

Die am 20. Juli freigeschaltete digitale Plattform sharingheritage.de ist die zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten rund um das Kulturerbejahr. Sie dient Interessierten zur Information über das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland und stellt dar, was, wann und wo etwas im Rahmen des Jahres passiert. Darüber hinaus dokumentiert die Plattform bereits abgeschlossene Veranstaltungen und Projekte. Auf sharingheritage.de können sich alle Mitmacher – egal ob große geförderte Leuchtturmprojekte oder zivilgesellschaftlich Engagierte auf lokaler Ebene – wiederfinden, präsentieren und vernetzen.

Das bislang erste und einzige Europäische Denkmalschutz-Jahr fand vor mehr als 40 Jahren statt. Im Ergebnis wurde am 26. September 1975 die Denkmalschutz-Charta vom Europarat mit Empfehlungen zur verstärkten Förderung des Denkmalschutzes verabschiedet.

Weitere Informationen:

www.sharingheritage.de

www.sharingheritage.eu

www.dnk.de

 

Text: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg