Donnerstag, 23. Februar 2012

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Schwungvoll über den Kanal

Teltow und Steglitz-Zehlendorf planen den gemeinsamen Brückenschlag

Am Standort der ehemaligen Teltowwerftbrücke planen die Stadt Teltow und der benachbarte Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf den Neubau einer Brücke. Fußgänger und Radfahrer sollen damit eine weitere Möglichkeit erhalten, den Teltowkanal zwischen der östlichen Knesebeckbrücke und westlichen Rammrathbrücke zu überqueren. Die Teltower Stadtverwaltung hatte im vergangenen Sommer das Architektur- und Ingenieurbüro Baurconsult mit  der Vorplanung beauftragt. Die Ergebnisse der Untersuchung mit mehreren Bauvarianten hat nun die Verwaltung den Fachausschüssen im Januar zur Information vorgelegt. Auch in der Stadtverordnetenversammlung am 25. Januar steht das Projekt auf der Tagesordnung.

Wie Steffen Heller (Die Linke), Vorsitzender des Teltower Hauptausschusses, mitteilte, sei das Projekt von allen gewollt:  „Um die Entwicklung der Teltowkanalaue voranzubringen, brauchen wir diese Brücke. Für Teltower wie Berliner ist sie ein Gewinn und verschafft Zugang zu den Kiebitzbergen und umgekehrt in unsere Altstadt.“ In der jüngsten Sitzung am 16. Januar habe das Gremium die Vorplanung, wo unterschiedlich teure und architektonisch gelöste Varianten vorgestellt wurden zur Kenntnis genommen. Die acht Varianten „dienen als Ideenanregung zur Gestaltungsfindung für das Projekt, das u.a. von der Lokalen Agenda 21 der Stadt Teltow angeschoben wurde“, heißt es in der Präsentation. Die Varianten 3, 4 und 6 wurden zunächst vom Auftraggeber zur näheren Untersuchung in der Vorplanung ausgewählt. Heller und Hans-Peter Goetz (FDP) etwa favorisieren die schwungvolle Variante Nummer 3 (siehe Abb. oben). „Diese Brücke bringt Schwung in die Region, der nachwirken soll“, gerät Steffen Heller beinahe ins Schwärmen. Technisch handelt es sich hierbei um eine filigrane Pylonbrücke mit Stahl-Fachwerk als Tragkonstruktion. Am Südufer auf Teltower Seite befindet sich ein geneigter Pylon mit fächerförmigen Abspannungen an einer kreisförmigen Rampe. Am Nordufer ist die Rampe gerade gestaltet. Die Kostenschätzungen des Architektur- und Ingenieurbüros belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. „Die Variante 3 stellt eine sehr filigrane und technisch sehr anspruchsvolle Variante dar, was sich entsprechend in der Kostenschätzung nieder schlägt. Aufgrund des hohen Pylons und des Zugangskreisel handelt es sich um einen sehr auffälligen Brückenbau mit der Funktion eines Eye-Catchers“, so die Planer. Eine kostengünstigere und optisch unauffällige Variante wäre die Nummer 4 (siehe Abb. unten). Die Kosten würden sich auf 650 000 Euro belaufen.

Zur Finanzierung des Brückenprojekts sind Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) denkbar. Um Anträge stellen zu können, müssen sich alle Beteiligten in den kommenden Monaten auf eine Vorzugsvariante einigen, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Man darf gespannt sein auf Meinungen und Anregungen der Teltower Stadtverordneten zu dem Vorhaben.

Bevor die  ursprüngliche Teltowwerftbrücke aus dem Jahre 1906 zum Ende des 2. Weltkriegs zerstört wurde, verband sie die ehemalige Teltowwerft in Berlin mit den Treidelanlagen auf Teltower Seite. In den Achtzigerjahren errichtete die DDR für ihre Grenzposten eine Behelfsbrücke, die nach der Wende abgerissen wurde.

Text: Jana Wierik/Grafik: Baurconsult Teltow

Schwungvoll über den Kanal