Freitag, 18. Mai 2012

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Wer ist mein Freund und Helfer?

Entlaufene Katze, verirrter Hund:
Das ist zu tun, wenn jemand ein Tier findet oder vermisst

Die Redaktion erreichte ein interessanter Leserbrief, den wir in Auszügen abdrucken. Ein aufmerksamer Tierfreund hatte an einem Samstag einen umherirrenden Hund aufgelesen und wollte eigentlich nur das Richtige tun, was sich jedoch als hindernisreiche Tour der Tortur entpuppte. Was aber ist das richtige Verhalten? Vermutlich wären auch andere Bürger verunsichert. Deshalb haben wir nachgehakt.

Entlaufene bzw. verlorengegangene Tiere gelten als Fundtiere und unterliegen dem Fundrecht nach Bürgerlichem Gesetzbuch. Verantwortlich ist die Fundbehörde in den Gemeindeverwaltungen. In Stahnsdorf etwa ist das Ordnungsamt zuständig. „Wer ein Tier findet, sollte sich zuerst an die Gemeinde wenden,“ erklärt Mitarbeiterin K. Roszak, „wir nehmen das Tier zunächst auf und versuchen den Halter zu ermitteln.“ Falls kein Chip oder andere Kennungszeichen zum Erfolg führen, informiert das Ordnungsamt das Tierheim in Zossen, mit dem eine vertragliche Zusammenarbeit besteht. Kleinmachnow arbeitet mit demselben Tierheim. In Teltow gefundene Tiere werden hingegen in „Josefs Tierpension“ in Ludwigsfelde untergebracht. Das zuständige Tierheim holt das Fundtier zur weiteren Unterbringung ab. „In den meisten Fällen klärt sich aber alles schon in der Verwaltung“, so Roszak. Wer sein Haustier vermisst, sollte sich nicht nur vor Ort beim Ordnungsamt, sondern auch bei Nachbargemeinden und bei der Polizei melden.

Außerhalb der Öffnungszeiten, z.B. am Wochenende, sei die Polizei zuständig, so das Stahnsdorfer Ordnungsamt. Dann hatte unser beherzter Tierfinder zwar alles richtig gemacht und trotzdem Pech mit seinem „Freund und Helfer“. Wir haben bei der Polizeiwache in Teltow nachgefragt. Dort bestätigte uns der diensthabende Polizist, dass man im Notfall mit einem Fundtier zur Polizei gehen könne. „Wir nehmen auch einen Hund auf, bis ihn das zuständige Tierheim abholt, aber mehr als eine Leine, eine Laterne und einen Wassernapf haben wir nicht, deshalb appellieren wir an die Finder, das Tier vorübergehend selbst unterzubringen.“ Von unserem Wochenendvorfall hatte der Polizist keine Kenntnis. Ein anderer Kollege war im Dienst. Ja, es soll ein Hund da gewesen sein, der wohl nach Zossen kam, hieß es. Nicht mehr und nicht weniger. Im Tierheim Zossen endete jedenfalls nicht die Odyssee unseres Vierbeiners, wie Michael Hahn, Leiter der dortigen Hundeabteilung bestätigte. Vermutlich hatte der Besitzer sein vermisstes Tier direkt bei der Polizei abgeholt, noch bevor das Tierheim eingeschaltet wurde.        

Jana Wierik

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