Treffen der Generationen
Kleinmachnower Projekt „Lange Tafel“ startete am 23. Januar in der Gorki-Gesamtschule mit ersten Gesprächen zwischen Schülern und Künstlern
Bisher hat Elke Schieber in ihrer Arbeit als Filmhistorikerin am Potsdamer Filmmuseum unzählige Interviews mit Zeitzeugen geführt. Nun hat sie die Seite gewechselt und ist selbst Zeitzeugin. Tobias, Jan und Nico, Schüler der 11. Klasse in der Kleinmachnower Maxim-Gorki-Gesamtschule, interviewen diesmal sie. Die drei Schüler wollen später ihre „Geschichte“ zu Papier bringen und sich auch ihrer kulturellen Arbeit im Rahmen des Kunstunterrichts näher widmen. Öffentlich vorgestellt wird das ganze Projekt zur großen Veranstaltung der „Langen Tafel“ am 4. Juni auf dem Rathausmarkt in Kleinmachnow.
Das wird gleichsam ein Treffen der Generationen unter freiem Himmel. Dann heißt es, gemeinsam Spaghetti essen und miteinander reden. Alle am Projekt Beteiligten sehen sich wieder und stellen dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse vor. Die nunmehr 3. „Lange Tafel“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Künstler in Kleinmachnow“. Insgesamt etwa 100 Schüler der Gorki-Gesamtschule und der Freien Waldorfschule machen mit. Die Schirmherrschaft für die „Lange Tafel“ im Jahr 2012 teilen sich Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert und der Kabarettist Frank Lüdecke.
Bevor am Ende des Projekts viele spannende Künstlergeschichten zu einer Chronik zusammengefasst werden können, haben die Schüler und betreuenden Lehrer noch viel zu tun, zum Beispiel Zeitzeugen interviewen. Im Januar haben die Gorki-Schüler den Anfang gemacht, im Februar werden die Waldorfschüler mit Fotografen, Schriftstellern, bildenden Künstlern und Regisseuren sprechen.
Elke Schieber, die am 23. Januar in der Gesamtschule als Interviewpartnerin zu Gast war, kam ins lebendige Plaudern über ihre Kleinmachnower Vergangenheit, wo sie seit 1969 lebt, wo sie es anfangs richtig langweilig fand und wo überall nur Mauer war. „Ich bin in Kleinmachnow kleben geblieben“, scherzte sie augenzwinkernd. Zu DDR-Zeiten sei sie über viele Umwege von der Eisenbahnerin zum Dokumentarfilm gekommen. In ihrem Steckbrief gab Elke Schieber jedoch an: „Ich bin keine Künstlerin“. Man darf gespannt sein, was die drei Schüler aus dieser Geschichte alles machen werden.
Text/Foto: Jana Wierik

