RDM-Immobilientag Berlin und Brandenburg

Am 23. September fand in Berlin-Charlottenburg der Immobilientag des Ring Deutscher Makler, Landesverband Berlin und Brandenburg e.V. (RDM) statt.

Rund 230 Mitgliedsbetriebe gehören in dieser Region dem RDM an. Den Landesverband Berlin-Brandenburg des RDM leitet Markus Gruhn. Er konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Zu diesen zählten u.a. der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), Joachim Meisner, emeritierter Erzbischof von Köln, Alfons Doblinger, den Vorstandsvorsitzenden der DIBAG Industriebau AG sowie Dr. Edmund Stoiber, den CSU-Ehrenvorsitzenden und ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten, Friedbert Pflüger (CDU), den ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und Stefan Evers (Foto). Er ist im Berliner Abgeordnetenhaus stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender sowie Sprecher für Stadtentwicklung.

Für den künstlerischen Teil des Tages sorgten Otto Retzer und Fritz Wepper. Otto Retzer ist u.a. bekannt als „Gastarbeiter Josip“ in der TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee.“ In mehreren Folgen führte er auch für die erfolgreiche Serie Regie. Fritz Wepper war von 1969 bis 1974 als Kripobeamter Harry Klein tätig in der ZDF-Serie „Der Kommissar“, später sah man ihn als Kriminalassistent in der TV-Serie „Derrick.“ Kardinal Meisner sprach in seiner Rede die „Moral und Ethik des Unternehmers“ an und betonte, das Unternehmertum habe schon in der Bibel einen herausragenden Ruf. Er verwies darauf, dass die ersten treuen Gefolgsleute von Jesus Fischer von Beruf gewesen seien. Dabei habe es sich keineswegs um Hobbyangler gehandelt, sondern um Geschäftsleute, die hauptberuflich dem Fischfang nachgegangen sind. Der Mensch sei Partner des lebendigen Gottes, so sagt es ja auch die katholische Soziallehre. „Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, sind geschützt, weil Christen auch ihnen Menschenwürde gewähren.“ Wie wichtig der solide Hausbau ist, sei auch schon in der Bibel nachzulesen, so der Kardinal. „Jesus forderte dazu auf, Häuser auf Felsengrund zu bauen und nicht auf Sand.“ Wie „wichtig auch ein Heim ist, sehen wir im Sport. Ein Heimsieg ist beinahe Pflicht für jede Mannschaft. Auswärts erzielte Tore zählen doppelt als zu Hause erzielte Tore. Das Gut Immobilie hat einen sehr hohen Stellenwert.“

Alfons Doblinger, der über 1.600 Mitarbeiter beschäftigt und im letzten Jahr einen Umsatz von 520 Millionen Euro erzielte, sprach aus „der Praxis der Ethik für den Unternehmer“ und forderte dazu auf, jeden Abend beim Schlafengehen mit sich im Reinen zu sein. Die ideale Lösung dazu ist das „doppelte Verzeihen.“ Man verzeiht den Leuten, die einen selber beleidigt oder in der Würde verletzt haben. Ebenso bittet man die Leute um Verzeihung, die man selber beleidigt und in ihrer Würde verletzt hat.

Senator Geisel überbrachte die Grüße des Regierenden Berliner Bürgermeisters Michael Müller. Ferner betonte er: „Die Stadt Berlin hat sich, auch städtebaulich, in den letzten 20 Jahren rasant verändert und sehr gut entwickelt. Das ist keine Garantie dafür, dass es die nächsten 20 Jahre auch so bleibt. Man muss daran hart arbeiten.“ Der Bundestagsabgeordnete Bosbach ging auf die aktuelle Politik ein und sagte auch: „Es gilt, die europäische Vielfalt zu erhalten.“

Im Pressegespräch erklärte der CDU-Politiker Stefan Evers: „Die Berliner CDU hat sowohl gute Kontakte zum RDM als auch beispielsweise zum Mieterverein. Das alles dient zum Wohle Berlins.“ Besonders erfreut zeigte sich der Wilmersdorfer darüber, dass „die ethischen Fragestellungen im Mittelpunkt des Programms stehen. Das ist richtig und wichtig. Die Makler repräsentieren einen Berufsstand, der viel zu oft zu Unrecht gescholten wird.“

Das sprach auch Markus Gruhn an. Makler sind nicht dafür verantwortlich, dass es in Berlin zu viele Interessenten für eine freie Wohnung gibt. Besonders in Lagen in Berlin-Mitte oder in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie im Prenzlauer Berg sei das zu beobachten. An den Rändern wie in Reinickendorf, Marzahn oder Spandau sei die Lage noch als entspannt zu bezeichnen. Makler können nur die Häuser, Gebäude und Wohnungen vermitteln, die vorhanden und frei sind. Für den Wohnungsbau und die Gestaltung der Mieten sind die Makler nicht zuständig. Markus Gruhn hatte ja bereits darauf hingewiesen, das der Rot-Rote Senat, der bis 2011 in Berlin regiert hatte, rund 85.000 Städte eigene Wohnungen der GSW an einen privaten Investor verkauft hatte. Dieser neue Eigentümer sieht vordergründig seine Aufgabe darin, möglichst sehr hohe Mieten zu erzielen. Da machen es sich einige Zeitgenossen, die früher Wohnungen, also das Tafelsilber Berlins, verkauften zu einfach, nun den Makler für hohe Mieten verantwortlich zu machen. Der Hausbesitzer gibt die Vorgaben, ebenso Angebot und Nachfrage, nicht der Makler. Die damaligen politisch Verantwortlichen, allen voran Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), füllten die Kassen Berlins durch den Verkauf von Immobilien. Diese Immobilien sind nun weder in der Hand von Berlin noch von den Bezirken. Viele bedauern das jetzt, aber der Verkauf wurde seinerzeit beschlossen und auch durchgeführt.

Text/Foto: VTN

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