Petition für die Feuerwehr: Über 100 Millionen Euro für moderne Fahrzeuge gefordert

"Berlin brennt" hieß es in den Medien schon Anfang April. Die Berliner Feuerwehr machte damals auf den prekären Zustand bei den Kameraden aufmerksam: Zu wenig Personal, veraltete Fahrzeuge und zu viele Anrufe wegen Geschehnissen, die die Retter auf Trab hielten – sei es die Nachbarskatze auf dem Baum oder ein Auto, das auf den Tramgleisen stehen geblieben ist.

Im Mai landete ein Feuerwehrmann schließlich mit einem selbstgedrehten Rap-Video auf Youtube einen viralen Hit. Doch seither hat sich die Situation der Feuerwehr kaum gebessert.

Nun gibt es eine neue Petition, die Unterstützer sucht. Der Landesfeuerwehrverband will sich für mehr moderne Löschfahrzeuge stark machen. Gefordert werden hier mindestens 100 Mio. Euro für Soforthilfe für die Anschaffung von neuen Löschfahrzeugen. Ein Sonderförderungsprogramm soll folgen.

Die Initiatoren der Petition sprechen davon, "kurz vor der Handlungsunfähigkeit im Regeleinsatzdienst der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung" zu stehen. Auch im Katastrophenschutz "droht der totale Zusammenbruch", heißt es auf openpetition.de.

"Die Situation gipfelt soweit, dass bei Ausfällen von Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr, entsprechend einer internen Prioritätenliste, Fahrzeuge bei Freiwilligen Feuerwehren abgezogen werden. Mehrere Freiwillige Feuerwehren mussten bereits ihren Dienst wegen dieser Pragmatik einstellen. Für den Katastrophenschutz im Land Berlin sieht die Situation mindestens gleichwertig dramatisch aus."

Die maximale Nutzungsdauer von Katastrophen- und Brandschutzfahrzeugen beträgt bis zu 24 Jahre – diese sei bei über der Hälfte der Fahrzeuge bereits überschritten. Bis zum Jahr 2020 stehen demnach nur noch 8 Fahrzeuge für den Katastrophenschutz zur Verfügung, für den Brandschutz soll bis dahin nur noch eines statt bisher fünf Fahrzeugen verfügbar sein.

Berlins Innensenator Geisel lässt über seinen Sprecher die Vorwürfe in den Medien zurückweisen. Der Sprecher erläuterte gegenüber einer Lokalzeitung, dass der Großteil der Einsätze mit Rettungswagen bestritten werde, nur selten werden Drehleitern und Löschfahrzeuge gebraucht. „Die Feuerwehr ist und bleibt handlungsfähig“, bekräftigte er. " Die Einkäufe würden „nachhaltig zur Entspannung der Fahrzeugsituation“ beitragen", hieß es weiter. Er sieht dennoch Nachholbedarf. Bis 2019 seien daher insgesamt 17,4 Millionen Euro für hundert neue Fahrzeuge eingeplant.

Von 11.000 benötigten Unterstützern haben schon knapp 3.700 Teilnehmer unterzeichnet. 

Text:TSB/ Foto: pixabay
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