Lichterfelde: Vermeintliche Willkommensinitiative diskriminiert öffentlich Geflüchtete

Im Vorfeld der in diesem Monat eröffnenden Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete an der Finckensteinallee in Lichterfelde weist eine bisher noch nicht in Erscheinung getretene „Initiative Willkommen in Lichterfelde und Zehlendorf“ auf die ihrer Ansicht nach verbundenen Gefahren hin, die von den zukünftig in der Unterkunft lebenden Menschen ausgehen.

Dafür hat sie auf Handzetteln, die im öffentlichen Straßenraum aufgehängt wurden, eine Reihe von Verhaltensregeln für die Nachbarschaft aufgelistet. Danach sollten ältere Menschen sich dort nicht mehr alleine aufhalten, Frauen sich zurückhaltend kleiden und Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt das Haus verlassen. Gleichzeitig wird vor Drogenverkauf, Gewaltdelikten und ähnlichen Straftaten gewarnt.

Das seit über drei Jahren bezirksweit tätige Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf sieht darin eine vorsätzliche Täuschung mit dem Ziel der allgemeinen Verunsicherung der Bevölkerung und der pauschalen Diskriminierung von Schutz suchenden Menschen.

Dazu erklären die Sprecher des Willkommensbündnisses, Franziska Merkel-Anger und Günther Schulze: „Auch nach Aussage der örtlichen Polizei gibt es in der Umgebung der Flüchtlingsunterkünfte in Steglitz-Zehlendorf keinen Anstieg an Kriminalität. Vielmehr sorgen die dort eingesetzten Wachschutzleute dafür, dass es von außen keine Übergriffe auf die Unterkünfte gibt, die es an anderer Stelle in Berlin und deutschlandweit leider schon hunderte Male gegeben hat.“

Ihrer Auffassung nach stehen hinter der „Initiative Willkommen in Lichterfelde und Zehlendorf“ Rechtsextremisten, denen die im Bezirk Steglitz-Zehlendorf besonders starke Willkommenskultur ein Dorn im Auge ist. „Das besonders perfide an dem Handzettel ist“, so Franziska Merkel-Anger und Günther Schulze, „dass er keine Absenderadresse, dafür aber das Logo der „Refugee-Welcome-Bewegung“ enthält, wodurch eine gewisse Seriosität vermittelt wird und zusammen mit dem Namen der vermeintlichen Initiative eine Verwechslung mit dem etablierten Willkommensbündnis einhergehen soll.“

So gab es schon Nachfragen aus der Bevölkerung, ob das Willkommensbündnis etwas mit dem Handzettel zu tun hat. Dieses wiederum wird nun Strafanzeige erstatten.

Text/Foto via Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf
c/o DRK Berlin Südwest
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