Ehemalige Hautklinik soll Generationencampus werden

Versteckt hinter üppigen Buchen und Kiefern, von vorbeifahrenden Autofahrern auf der L40 kaum noch wahrgenommen, fristet die ehemalige Hautklinik in Kienwerder seit mehr als 20 Jahren ein einsames Dasein und droht, immer mehr zu verfallen. Doch seit Januar gibt es Hoffnung. Die neuen Besitzer stellten im vergangenen Bauausschuss ein neues Nutzungs-Konzept vor, das wohl ganz im Sinne des einstigen Klinikgründers sein könnte.

1912 errichtete der jüdische Arzt Walter Freymuth in dem imposanten Gebäude eine Lungenheilstätte. Seiner geliebten Frau zu Ehren erhielt sie den Namen Elisabeth-Sanatorium. Nach der Enteignung durch die Nazis floh das Paar aus Deutschland. Das Sanatorium behielt seine Funktion bis 1952, in der DDR wurde es für die Behandlung von Haut- und Lymphdrüsentuberkulose und später als Hautklinik des Potsdamer Bezirkskrankenhauses genutzt . 1990 wurde das Areal an die in den USA lebende Erbin Ursula Freymuth rückübertragen, seit 1994 steht es leer. Ein Verkauf scheiterte an der schwierigen Frage einer Nutzung. Zusätzlich erschwert wurde er durch den Bau der neuen L 40 und der Verbindungsspange östlich des Grundstücks.

Als Generationencampus mit Kita, Streichelzoo, Pflegeheim und einem Angebot an Pflegekursen könnte das Gebäude nun eine neue Funktion finden. Um ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt zu erreichen, soll das denkmalgeschützte Gebäude saniert und durch weitere Bauten ergänzt werden. So sollen auch lärmgeschützte Bereiche geschaffen werden. Allerdings würde durch ein neues Gebäude am westlichen Rand die Grenze zum Landschaftsschutzgebiet überschritten.

Da dieser Status durch den Straßenbau in den letzten Jahren ohnehin verschlissen sei und für den Bau eine unbewachsene Fläche genutzt werden soll, die bisher als Lagerplatz diente, waren sich Bürgermeister, stimmberechtigte Ausschussmitglieder und sachkundige Einwohner bei ihrer Befürwortung einig. „Es war ein Jammer, dem Verfall zuzusehen. Meine Unterstützung haben Sie!“ äußerte sich der in der Nähe wohnende Peter Ernst. Auch Michael Kortz bekundete seine Hoffnung, dass die „unschuldig in Not geratene architektonische Perle“ endlich gerettet werden könne.

Text/ Foto: H.Weiß

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