Müntefering zu Gast im Diakonissenhaus

Zu einer Gesprächsrunde mit dem ehemaligen SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefering hatte am 6. September der Ortsverein der SPD Teltow geladen. Thema: die Politik für Menschen in der 2. Lebenshälfte und wie man dem demographischen Wandel bestmöglich begegnet. An der Gesprächsrunde beteiligten sich Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, Bundestagskandidatin Manja Schüle und Pfarrer Matthias Blume vom Diakonissenhaus Teltow, in dessen Mutterhaus die Gesprächsrunde stattfand. Moderiert wurde sie von der Teltower Stadtverordneten Andrea Scharrenbroich.

Der Diskussion vorausgegangen war eine einstündige Führung durch die Anlage der Diakonie, die mit 2.300 Angestellten insgesamt und 500 Angestellten in Teltow einer der größten Arbeitgeber der Region ist. Begeistert waren die Teilnehmer von dem gelebten sozialen Leitbild und dem Miteinander der Generationen in der Einrichtung. „Ich bin stolz, solch einen Arbeitgeber in der Region zu haben. Das haben viele andere Kommunen nicht zu bieten“, sagte Thomas Schmidt. Auf dem Gelände des Diakonissenhauses befinden sich neben Wohnformen für Senioren auch eine Behindertenwerkstatt, Schule und Kindergarten. „Was hier im Kleinen geschieht, das würde ich gerne im Großen haben“, sagte Manja Schüle. „Solidarität und Gerechtigkeit, füreinander da sein. Wir müssen mehr miteinander wagen. Es geht um Respekt vor der älteren Generation."

Dennoch betonte sie in der Runde, dass man beim Thema Pflege nicht nur an die ältere Generation denken sollte, sondern auch an die Mittelgeneration. „Das sind diejenigen, die noch schulpflichtige Kinder haben, berufstätig sind und pflegebedürftige Eltern haben.“ Sie müssten Beruf und Familie vereinbaren können. Darum seien Wohnformen nötig, in denen pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben können. Auch Franz Müntefering, der sich selbst in der Altenhilfe engagiert und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation ist, geht es um alle Generationen. „Gerechtigkeit ist in einem Land nur möglich, wenn alle Generationen Aufmerksamkeit bekommen.“ In der Pflicht sieht er die Politik. Sie müsse die nötigen Voraussetzungen schaffen. „Die Politik kann und muss mit ihren Gesetzen dafür sorgen, dass die Gesellschaft gerecht ist. Was sie aber nicht kann, ist Solidarität erzwingen. Das liegt bei den Menschen selbst.“

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin ist ein diakonischer Unternehmensverbund mit mehr als 50 Einrichtungen in Teltow, Lehnin und Berlin, Frankfurt (Oder), Seelow, Luckau, Ludwigsfelde und Lauchhammer. Dazu gehören Kindertagesstätten, Schulen, Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Altenpflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Krankenhäuser und Hospize.

 

Foto: Matthias Blume, Franz Müntefering, Andrea Scharrenbroich, Manja Schüle und Thomas Schmidt (vlnr).

 

Text/ Foto: Stadt-Blatt Verlag