Wildschwein Rudi wühlt sich durch Stahnsdorf

Es gehört seit dem vorigen Jahr zur Normalität, dass auch die Grünanlagen und Gärten in der Boschsiedlung regelmäßig von Wildschweinen durchgepflügt werden. Besonders dreist trieb es ein Jungkeiler, der – wie üblich – als männlicher Heranwachsender seine Rotte verlassen musste, um ein eigenständiges Leben zu führen. Selbst am Tage war Rudi – wie man ihn hier nannte – im Spätwinter auf den Grünflächen unterwegs, um nach Würmern und anderen Kleintieren zu suchen und zwischendurch mal unter Bäumen und Sträuchern zu pennen.

Seit einigen Wochen ward Rudi jedoch nicht mehr hier gesehen. Wahrscheinlich hat er sich in das Buschland nördlich der Alten Potsdamer Landstraße zurückgezogen. Besser wär's für ihn. Die nächtliche Wühltätigkeit wird jedoch fortgesetzt. Nicht unbedingt nur von Rudi. Auch von einer Bache mit ihren Frischlingen wurde schon berichtet. Bürgermeister Albers riet erst kürzlich wieder dazu, Gärten durch einen geeigneten Zaun zu sichern. Dem kann man durchaus zustimmen. Ganz sicher ist es auch sinnvoll, das eigene Obst und das von den Streuobstwiesen im Ort zu nutzen. Trägt es allerdings entscheidend dazu bei, die Wildschweine anzulocken? Zumindest für die Äpfel, die auf den intensiv durchwühlten Grünflächen zu Boden fielen, zeigten sie kaum Interesse.

Text und Foto: Herbert Weiß