Stahnsdorf – Feuerwehr stellt gesellschaftlich-soziales Engagement ein

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr weisen seit sieben Jahren darauf hin, dass es laut Brandenburgischem Brand- und Katastrophenschutzgesetz zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehört, eine leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten. Trotzdem sind die Geräte der Stahnsdorfer Ortswehr nach wie vor in einem stark baufälligen Haus untergebracht, weil sich die Gemeindevertreter nicht auf einen neuen Standort einigen können.

Als Reaktion dieses ergebnislosen Streits teilte der Ortswehrführer Thomas ­Steinecker in einem offenen Brief an die GV mit, dass sich die Kameraden „schweren Herzens entschlossen haben, ab sofort jegliches freiwilliges, gesellschaftlich-soziales Engagement einzustellen“.

Das bedeutet, dass künftig viele Veranstaltungen der Gemeinde ohne Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehr stattfinden müssen. „Dies trifft einige der renommiertesten und beliebtesten Veranstaltungen wie das Familienfest im Frühjahr oder den Martinsumzug der Kitas unserer Gemeinde“, bedauert Gemeindesprecher Stephan Reitzig den Entschluss.

Für Fassungslosigkeit sorgt überdies eine Äußerung von CDU-Gemeindevertreter ­Peter Weiß, der an anderer Stelle während der Diskussion um den künftigen Bauhofzweckverband seine Ansicht mitteilte, eine Freistellung der Bauhofmitarbeiter vom regulären Dienst für Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr sei nicht nötig. Denn die Gemeinde hätte „während der Arbeitszeit eine Berufsfeuerwehr mit hauptamtlichen Kräften, deshalb bräuchte man am Tage die freiwillige Feuerwehr so gut wie gar nicht mehr“, so Weiß.

Eine Aussage, die nicht nur bei Gemeindewehrführer Sebastian Diwiszek für Kopfschütteln sorgt: „Mit solch unqualifizierten Worten werden die Kameraden und ihr Engagement mit Füßen getreten!“ Die Feuerwehren aller drei Kommunen seien bei ihren Einsätzen aufeinander angewiesen. An 365 Tagen im Jahr sorgen die Kameraden rund um die Uhr freiwillig für die Sicherheit der Einwohner, die Feuerwehr ist außerdem Teil der Gefahrstoffeinheit des Landkreises.

„Die Gemeindevertreter setzen mit politische Streitereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen eine funktionierende Feuerwehr aufs Spiel“, so Diwiszek weiter. „Ich weiß nicht, wie lange unsere Kameraden da noch mitspielen.“

 

Text: pi; Foto: Verlag