Sehenswürdigkeiten in und um Stahnsdorf

Auen, Bäume, Häuser – und in der Mitte die Potsdamer Allee. Besuchern und Pendlern erscheint Stahnsdorf oftmals als reine Verkehrsachse zwischen Potsdam, Kleinmachnow und Teltow, dabei ist der Ort doch so viel mehr. Am besten lässt sich Stahnsdorf jedoch nicht mit dem Auto, sondern per pedes oder mit dem Rad erkunden. Denn manch Reizvolles liegt abseits der Hauptstraßen oder zeigt sich erst im Schritttempo.

Historisch gesehen ist das grüne Stahnsdorf schon eine sehr alte Dame. Die geschichtlichen Spuren des Ortes kann man noch heute entdecken, etwa bei einem ausgiebigen Spaziergang. Stahnsdorf wurde urkundlich erstmals im Jahr 1264 erwähnt. Ein Zeitzeuge von damals ist die spätromanische Dorfkirche mit einem spätgotischem Flügelaltar mit geschnitzten Heiligenfiguren, der um 1430 entstanden ist. Ein sakraler Ort der Stille am Dorfanger, an dem der Spaziergang beginnt. 1696 wurde die Kirche wiederhergestellt, wie sich der Inschrift auf einer Sandsteinplatte an der Wand entnehmen lässt. Am Kriegerdenkmal unweit der Kirche auf dem Dorfplatz finden jedes Jahr Kranzniederlegungen statt, um den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.
Beim Spaziergang über den südlichen Dorfanger, ganz in der Nähe des kleinen Weihers, bleibt der Blick an einer Figurengruppe hängen: Zwei „Gören“, ein Mädchen mit kleiner Schwester auf dem Arm, die unverkennbar an das Schaffen von Heinrich Zille angelehnt sind, Berlins berühmtesten Kiez-Maler, dessen Ehrengrab sich auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf befindet. Das Zille-“Milljöh“auf dem Dorfplatz wurde von der Bildhauerin Emma Maria Lange als Tonfigurengruppe erschaffen und später in Bronze verewigt. Seit 1958 wohnte und arbeitete die gebürtige Schwäbin in  Kleinmachnow, 2016 starb die Puppenmutter von
„Pittiplatsch“, „Schnatterinchen“ und „Herr Fuchs“ aus der DDR Fernsehsendung Sandmännchen. Sich einmal umgedreht, schon steht man vor dem nächsten Zille Denkmal: Gedenkstein und Bronzetafel mit handgeschriebenem Lebenslauf des „Pinselheinrich“.

Rund um den ursprünglichen Dorfkern Stahnsdorfs stehen alte Gehöfte und Erbhöfe, die mehrheitlich saniert wurden. Bei einem Abstecher in das Café in der Dorfstraße 1 kann man sich herrlich entschleunigen, mit französischen Backspezialitäten verwöhnen lassen und bei einer Tasse Kaffee im Garten die Sonne genießen.

Eine kleine Berühmtheit Stahnsdorfs steht in der Wilhelm-Külz-Straße 26. Die Tankstelle aus der Vorkriegszeit spielte bereits in Filmproduktionen eine tragende Rolle.

Über die Kirchstraße, den Stahnsdorfer und Güterfelder Damm gelangt man in die Lindenallee 40 – 44. Dort, im Ortsteil Güterfelde, steht das prachtvolle, 1803 – 1804 erbaute und 2012 sanierte Schloss Güterfelde (Foto), welches vom deutschen Architekten, Schinkel-Schüler und Stadtplaner David Gilly entworfen wurde. In kurzer Entfernung dazu liegen die im 13. Jahrhundert vollständig aus Feldsteinen erbaute Güterfelder Dorfkirche und der Güterfelder Haussee.

Naturliebhaber finden in Stahnsdorf viele Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen. Von Güterfelde aus führt der Fontanewanderweg F5 zurück nach Stahnsdorf, durch die Wüste Mark, bis 1988 eine Westberliner Enklave mitten in der DDR, und die Parforceheide. Das ehemalige Jagdrevier von Friedrich Wilhelm I. mit dem königlichen Jadgschloss Stern ist das letzte große zusammenhängende Waldgebiet im Südwesten von Berlin. Besonders am frühen Morgen ist ein Spaziergang am Teltowkanal zu jeder Jahreszeit reizvoll.

Von Dreilinden, dem einstigen Grenzkontrollpunkt Checkpoint Bravo, bis zur Schleuse Kleinmachnow zeigt die Teltowkanalaue eine fast unberührt anmutende Seite Stahnsdorfs. Da die meisten Wege sehr gut mit dem Fahrrad befahrbar sind, lässt sich die weitläufige Gemeinde Stahnsdorf nicht nur zu Fuß besser kennenlernen. Denn Stahnsdorf und seine grüne Umgebung lassen sich auch hervorragend auf dem Pferde­rücken erkunden. In den Ortsteilen gibt es mehrere Reiterhöfe, von denen ein großer Teil auch Schulsport und Ausritte anbietet, ohne dass man selbst ein Pferd besitzen muss. Das Glück der Erde liegt aber nicht nur auf dem Rücken der Pferde, sondern ebenso in ihrer unmittelbaren Nähe.

Eine Gelegenheit zur Entspannung bietet sich auf der Reitsportanlage im Schenkendorfer Weg. Im Reiterstübchen mit Blick in die große Reithalle haben Zuschauer quasi einen Logenplatz, um den Kindern beim Ponyreiten oder Voltigieren oder Erwachsenen beim Dressurtraining zuzuschauen. Wer sich selbst für das Reiten interessiert, kann das auf einem Pony oder Warmblut machen.

Im Stahnsdorfer Ortsteil Sputendorf in der Wilhelm-Pieck-Straße liegt der Eschenhof (siehe Fotos unten) mit seinem liebevoll restaurierten Gutshaus. Hier leben Pferde, Ponys, Hunde, Katzen, Ziegen, Kaninchen und Hühner. Die Inhaber des Eschenhofes bieten Reitstunden und Ausritte für Kinder und Erwachsene über einsame Wiesen, weiche Sandwege und uralte Alleen an. Im selben Ortsteil auf dem Gut Sputendorf befindet sich ein anerkanntes Western-Trainingszen­trum für Turnier- und Freizeitreiter und eine Pferdezucht für Westernpferde.

Bei einem Spaziergang rund um den Reiterhof Schenkenhorst treffen Spaziergänger auf viele Reiter, die dort ihre Pensionspferde eingestellt haben. Auf dem Hof gibt es Reitplätze und –hallen, einen Geländeparcours und die Möglichkeit für Fahrtraining. Im Biergarten der Gaststätte „Zur Futterkammer“ sitzend, hat man einen guten Blick auf die Reiter. Außerdem verfügt der Hof über einen Kleintierzoo mit Kühen, Schafen, Ziegen, Schweinen und anderen Tieren. Am 11. Juni wird wieder zur jährlichen Heuballenparty geladen.

 

Text und Foto: Verlag

 

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