Warum die Neue Hakeburg gar keine Burg ist

Wie romantisch muss die Anfahrt mit der Kutsche gewesen sein. Nach dem Passieren der Bogendurchfahrt am Zehlendorfer Damm erstreckt sich ein etwa 300 Meter langer Sandweg. Die gelben Mauern der ­Neuen Hakeburg schimmern durch das dichte Blattwerk und kommen langsam näher. Angekommen auf dem eingefriedeten Gutshof, steht der Besucher auch gleich vor der großen Freitreppe.

Ein weiteres Highlight ist das Innere und das kann bei einer Führung des Heimatvereins Kleinmachnow e. V. erkundet werden. Bei dem etwa 11/2-stündigen Rundgang durch alle Etagen und Räumlichkeiten erzählt ­Rudolf Mach viele unbekannte Details. „Mir macht es Spaß, ältere Dokumente zu erforschen. Bei den Führungen ist man fast Hausherr auf Zeit“, scherzt der Kasselaner.

Zusätzlich zeigt er Fotos der Zimmer, als die Familie ­Dietloff von ­Hakes mit drei Kindern, Lehrerin und Bediensteten dort wohnte. 1906 wurde das Herrenhaus nach Vorlage der elsässischen Hoh­königs­burg vom Architekten Bodo ­Ebhardt entworfen und nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt. Weil das Haus weder über Wassergraben noch Mauern verfügt, ist es keine Burg im eigentlichen Sinne. Bis 1937 wohnte die Familie mit Unterbrechungen in der Hakeburg, nach dem Verkauf war diese bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine Forschungsanstalt der Reichspost und während der DDR-Zeit ein Gästehaus der SED-Regierung. Ab 1993 wurde die Hakeburg als Hotel verpachtet. Von 1995 bis 2006 fungierte sie als Standesamt, 580 Paare ließen sich hier trauen. Seit 2006 wird das Gebäude nicht mehr kontinuierlich genutzt. Demnächst sollen auf dem Gelände Eigentumswohnungen entstehen.

Die Führung leitet die Teilnehmer zuerst durch das Erdgeschoss, wo sich einst Empfangssaal, Kaminzimmer, Bibliothek und Tanzsaal befanden. Das große Rundfenster des Empfangssaals gibt den Blick frei auf den Machnower See, dessen Wasserfläche einladend in der Sonne glitzert. Mach führt die Besucher auch in das Kellergewölbe und auf den Dachstuhl, wo sich Kleinmachnow aus der Vogelperspektive betrachten lässt.

Die kostenlosen Führungen finden immer am ersten und dritten Sonntag des Monats statt, sind auf Nachfrage aber auch gesondert möglich. Der Verein freut sich über eine Spende. Anmeldung über ­Telefon 033203 609606.

 

Dieser Bericht und weitere Informationen über Kleinmachnow sind in der aktuellen Bürgerinformation zu finden (erhältlich im Rathaus Kleinmachnow und im Kundenbüro des Teltower Stadtblatt Verlags in der Potsdamer Straße 57 in Teltow).

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