Stinkende Tretminen: Anwohner und Hundehalter sind genervt

Tritt man rein, ist man sauer. Sieht man sie am Straßenrand, ist man ebenfalls sauer: Hundehaufen. In TKS gibt es Stress durch die Hinterlassenschaften von Hunden – bei Anwohnern ebenso wie bei genervten Hundebesitzern, die den Hundekot wegräumen.

"Ganze Grünstreifen sind hier zugekackt", empört sich eine Hundehalterin. "Das fällt doch auf alle Hundebesitzer zurück, die das große Geschäft ihres Hundes wegmachen." Egal ob in Teltow, Kleinmachnow oder Stahnsdorf, überall mehren sich die Beschwerden über Hundekot in Grünanlagen, auf dem Bürgersteig, vor Grundstücken der Anwohner und sogar auf Spielplätzen. Laut Brandenburger Hundeverordnung dürfen Hunde dort sowieso nicht hin – einige Hundebesitzer scheint das aber nicht zu interessieren.

Unterschätztes Infektionsrisiko

Dass Kinderspielplätze und Sandkästen keine Hundeklos sind, sollte jedem klar sein. Unterschätzt wird das Infektionsrisiko, das für Menschen und Hunde durch Hundekot besteht. In den Haufen und Würstchen können sich gefährliche Bewohner des Hundedarms befinden, etwa Eier von Würmern, Giardien und Kokzidien. Kommen Kinder mit Wurmeiern in Kontakt, oder atmen sie diese ein, kann das schwere gesundheitliche Folgen haben. Der Kot des eigenen Vierbeiners kann sogar für andere Hunde gefährlich werden, da sie sich durch daran Schnüffeln oder Aufnehmen infizieren können. Wer in einen Hundehaufen tritt, wird zum Verbreiter der Parasiten, trägt sie ins eigene Auto, in die Wohnung oder verteilt sie durch bloßes Laufen in einem großen Umkreis.

Zu geringe Strafen für Hundeführer?

Dem Problem wäre eigentlich ganz leicht beizukommen, denn Hundebesitzer sind verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihres Hundes wegzumachen. Tun sie es nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 20 Euro. Damit liegt Brandenburg am unteren Ende der Bußgeldskala. In Baden-Württemberg und Bayern kann ein liegengelassener Hundehaufen bis zu 200 Euro Strafe kosten. Der Haken: wie bei jeder Strafe müsste das Ordnungsamt den "Täter" und den Hundeführer auf frischer Tat ertappen. Also haben sich die Gemeinden etwas Pfiffiges ausgedacht, um es den Gassigehern leichter zu machen. Sie haben Hundekotstationen aufgestellt, mit gratis Hundekotbeuteln und einem Mülleimer. Nur kommt der Hundführer bei der Gassirunde selten wieder an der gleichen Hundestation vorbei, um den eingepackten Haufen zu entsorgen.

Plastikmüll an Bäumen und im Grünen

Generell fehlen in den Gemeinden öffentliche Mülleimer. Und schon taucht das nächste Problem auf: Anstatt die Plastikbeutel in der eigenen Mülltonne zu entsorgen, fliegen sie im hohen Bogen ins Grüne oder werden dekorativ an Bäumen und Sträuchern drappiert. "Es ist eine Unverschämtheit, was sich manche Leute rausnehmen. Regelmäßig finde ich Hundekottüten in meinem Garten. Die werden einfach über den Zaun geschmissen", erzählt eine Anwohnerin aus Stahnsdorf. An der Alten Potsdamer Landstraße konnte man im letzten Jahr fein in pinkfarbenen Plastiktüten verpackte Hundekötel finden, weitflächig im Waldstück verteilt. Und dort bleiben sie auch – für eine lange, sehr lange Zeit. Die Beutel bestehen meist aus Polyethylen, einem Kunststoff aus Erdöl, der Jahrzehnte braucht, um irgendwann einmal zu Plastikkonfetti zu werden. Diese Mikroplastik landet in Böden, in Gewässern und mit viel Pech auch irgendwann wieder auf unseren Tellern. Selbst wenn es sich um kompostierbare Kotbeutel handelt, dauert das Verrotten des Materials viel zu lange. Hinzu kommt, dass ein Hundehaufen noch einmal etwa zwei Monate braucht, um sich zu zersetzen – abhängig von der Witterung und von der Fütterungsart des Hundes.

Hundebesitzer ticken anscheinend überall gleich

Dass Hundekot in Plastikbeuteln nicht nur in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf ein Problem ist, zeigt ein Blick auf die Seite The Poo Bag Map. Der Hamburger Student Arne Krämer ärgerte sich nämlich ebenso über die eingepackten Haufen. Er setzte eine Internetseite mit einer interaktiven Karte auf, in der gefundete Hundekotbeutel verewigt werden. Für Hamburg gibt es bisher 5.741, für Berlin zwei und für unsere Region noch keine Meldungen. Mitmachen kann jeder. Außerdem bietet die Seite viele wichtige Informationen rund um Poo Bags. Vielleicht trägt die The Poo Bag Map auch bei uns dazu bei, dass die Plastiktüten nicht mehr im Grünen landen. Eventuell liest sogar der ein oder andere Hundehalter diesen Artikel, entfernt jetzt immer die Hinterlassenschaften seines Hundes und schmeißt sie ab sofort brav in die Mülltonne. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

Text: pst / Foto: pixabay CC0 Creative Commons

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