Flaschendeckel gegen Kinderlähmung: Abgabestation in Kleinmachnow

Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland pro Tag rund 43 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht. Danach landen die Flaschen im Müll oder im Pfandautomaten – und mit ihnen die Deckel. Dabei könnte man damit 86.000 Impfungen gegen Kinderlähmung bezahlen. Wer die Deckel sammelt und am 10. November zwischen 10:00 und 18:00 Uhr am Stand des Rotary Clubs Kleinmachnow auf dem Parkplatz vor Getränke Hoffman im Zehlendorfer Damm 119 abgibt, unterstützt die Rotary-Mitglieder dabei, sich weiterhin erfolgreich am internationalen Projekt „End Polio Now“ zu beteiligen. Dabei werden die Plasikdeckel an Recylingunternehmen verkauft und aus dem Erlös Polio-Impfungen finanziert. 500 Deckel bezahlen eine Impfung. Seit August 2014 läuft die Aktion in Deutschland. Es wurden 254.350.000 Deckel eingesammelt und damit über 500.000 Polio-Impfungen ermöglicht.

In Deutschland und Europa ist Kinderlähmung (Poliomyelitis) bereits ausgerottet, rund 95 Prozent der deutschen Erstklässler sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts gegen Polio geimpft. Aber in vielen anderen Ländern ist das nicht der Fall. Durch den internationalen Reiseverkehr kann das Virus wieder nach Deutschland gebracht werden. Schutz gegen die unheilbare Krankheit, die zu Lähmungen und auch zum Tod führen kann, bietet nur eine Impfung.

Darum haben Rotary International und die Weltgesundheitsorganisation sich bereits in den 1980er-Jahren dem Kampf gegen die Krankheit verschrieben. Vor 30 Jahren gab es noch rund 350.000 Poliofälle in 125 Ländern weltweit. Inzwischen konnte die Kinderlähmung durch umfassende Impfmaßnahmen weitgehend reduziert werden. Nur noch in drei Ländern – Afghanistan, Pakistan und Nigeria – ist eine Verbreitung bekannt, doch auch dort nimmt die Zahl der jährlichen Neuinfektionen weiter ab. Das Ziel: Bis 2020 soll die weltweite Übertragungskette der Polio-Viren endgültig unterbrochen sein.

Text: TSB/ Foto: pixabay.com