Ernte unter Wasser – werden Lebensmittel jetzt teurer?

Starkregen und extreme Unwetter – die meteorologischen Kennzeichen des Augusts. Während manch einer über vollgelaufene Keller stöhnte, sind die Schäden in der Landwirtschaft noch nicht abzusehen. In den regenfreien Tagen herrscht auf den Äckern rund um Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf Hochbetrieb. Zwar ist nach derzeitiger Prognose des Landesbauernverbandes (LBV) in der TKS-Region nicht mit Totalausfällen bei der Ernte zu rechnen, dennoch werden die Folgen des launischen Sommerwetters auch bei hiesigen Betrieben spürbar sein.

Pilze im Getreide

Besonders schlimm betroffen ist Getreide, denn es kann „nur mit einem bestimmten Feuchtigkeitsgrad geerntet und eingelagert werden“, erklärt Meik Schmidt. Er ist Vorstandsvorsitzender der Agro Saarmund e. G., einer der größten Agrarbetriebe in der Region. „Die Körner faulen oder werden abgerissen und weggespült.“ Dies führe zu Ernteausfällen und schlechter Produktqualität, vor allem durch zunehmende Pilzinfektionen. Schmidt rechnet zurzeit mit Teilverlusten von bis zu 30 Prozent bei der Roggenernte.

Boden ist nicht mehr aufnahmefähig

Konkrete Zahlen zur Höhe der Verluste können jedoch erst nach Abschluss der Ernte genannt werden, erklärt Thorsten Mohr, Agraringenieur und Referent für Pflanzenbau beim LBV. „Die Böden können keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen, jeder Liter Regen, der in den nächsten Wochen fällt, wird sofort sichtbar sein.“ Wo Niederschläge nicht mehr ablaufen können, faulen Kartoffeln, aber auch Salat und Frischgemüse wie Kohl und Gurken.

Felder sind unbefahrbar

Durch den hohen Wassergehalt der Böden sind die Felder teilweise nicht mehr befahrbar, die Maschinen sinken ein. Selbst bei trockenem Wetter kann so nicht geerntet werden. Meik Schmidt aus Saarmund hat dies vor Kurzem selbst erleben müssen. Der Mähdrescher versank trotz Allradantrieb im Morast. Kosten für die Reparatur: mehrere tausend Euro. „Bisher sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen, aber wenn es weiter regnet, dann wird es kritisch“, so Schmidt.

Regen ist nur ein Problem

Thorsten Mohr vom LBV pflichtet dem bei und ergänzt: „Wir befinden uns – wirtschaftlich betrachtet – im dritten miesen Jahr hintereinander.“ Für viele Betriebe geht das knappe finanzielle Wirtschaften an die Substanz, weitere Existenzaufgaben werden folgen. Denn der Regen ist nur für einen Teil der Ausfälle verantwortlich…

 

Text: pi; Foto: Verlag

 

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der September-Ausgabe des lokal.report. Erhältlich u.a. im Teltower Stadt-Blatt-Verlag in der Potsdamer Straße 57 oder hier als Online-Version.

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