Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Routenplanern im Internet

Verbraucher, die Rechnungen für unseriöse Routenplaner im Internet nicht bezahlt haben, werden nun massiv unter Druck gesetzt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät, sich nicht einschüchtern zu lassen. Ihr sind keine Fälle bekannt, bei denen es tatsächlich zu einer Pfändung von Wertsachen gekommen wäre. Zahlreiche Verbraucher registrierten sich auf unlauteren Routenplaner-Webseiten, wie routenplaner-map.com, maps-routenplaner-24.com oder maps-24.info. Anschließend erhielten sie eine saftige Rechnung von rund 500 Euro, obwohl der Anbieter nicht transparent über die Kosten aufgeklärt und sich an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten hatte. Die Verbraucherzentrale Brandenburg riet daher, nicht zu zahlen.

Nun versuchen die Betreiber der Routenplaner-Seiten, mit härteren Maßnahmen an das Geld zu kommen. „In der Beratung melden sich derzeit viele Ratsuchende, denen nach Nicht-Zahlung ein Hausbesuch und die Pfändung ihrer Wertgegenstände angedroht wurde“, berichtet Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Das vermeintliche Inkassounternehmen habe einen Vollstreckungstitel vor Gericht erwirkt und werde nun persönlich vorbeikommen, um diesen zu vollziehen. Nur die Zahlung von 750 Euro könne dies noch abwenden, so lautet der Inhalt der E-Mails.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Betroffenen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und den geforderten Betrag keinesfalls zu zahlen. Stattdessen sollte man der Forderung widersprechen. Hierzu stellt die Verbraucherzentrale einen Musterbrief bereit. „Wir halten bereits die ursprüngliche Forderung des Routenplaner-Anbieters für höchst zweifelhaft, da die Zahlungspflichtigkeit des Angebots nicht erkennbar war“, erklärt Scherer. Zudem gibt es weder gerichtliche Vollstreckungstitel noch ist ein Inkassounternehmen befugt, Wertgegenstände zu pfänden. Das darf nur ein Gerichtsvollzieher. Betroffene können zusätzlich Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Individuellen Rat erhalten Betroffene in den Verbraucherberatungsstellen, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter www.vzb.de/termine, am Beratungstelefon unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr, 1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie per E-Mailberatung auf www.vzb.de/emailberatung

 

Text: Verbraucherzentrale Brandenburg; Foto: pixabay.com

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