Spargelsaison startet am 12. April

Die Fans haben schon sehnsüchtig gewartet. Nun tritt der Star des Frühlings endlich wieder ins Rampenlicht. Am 12. April wird die Spargelsaison 2018 auf dem Hof Märkerland in Schlunkendorf eröffnet. Der Beelitzer Spargelverein hat als diesjähriges Motto „Spargel & Natur“ auserkoren. Damit möchte er auf den Biotopverbund in Schlunkendorf und insbesondere auf das Blühstreifenprogramm hinweisen.

Der Beelitzer Spargel hat eine sehr lange Tradition, die vom Glasermeister und Ackerbauer Karl Friedrich Wilhelm Herrmann begründet wurde. 1861 wurde in Beelitz der erste Spargel auf dem Feld gepflanzt. In der Folge konnten die ersten Beelitzer Spargelstangen – ab 1870 in großen Mengen auch auf dem Berliner Markt – verkauft werden. Die hervorragenden Wachstumsbedingungen aufgrund des sandigen Bodens des Beelitzer Sanders und des kontinentalen Klimas sind Garant dafür, dass der Spargel sich hier besonders durch einen ausgewogenen Geschmack ohne Bitterkeit und Frische auszeichnet. Die Qualität des Beelitzer Spargels war Anlass, die regionale Spezialität schützen zu lassen.

Seit einigen Wochen ist der Beelitzer Spargel EU-weit geschützt. Die Europäische Kommission hat den Beelitzer Spargel am 15. März in die Liste der geschützten europäischen Produkte aufgenommen. Nur Spargel, der rund um die Stadt Beelitz im Land Brandenburg angebaut wird, darf damit das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) tragen. Dieses Gütezeichen bürgt nicht nur für die Qualität eines hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnisses und sorgt somit für den Schutz gegen Missbrauch und Nachahmung der Produktbezeichnung, es bedeutet auch eine hohe Verantwortung der Unternehmen.

In jedem Jahr wird in Beelitz eine neue Spargelkönigin gekürt. Ausgewählt wurde vom Verein in diesem Jahr Lara Luisa Kramer, die in ihrer Amtsperiode 2018/2019 den Beelitzer Spargel für ein Jahr auf Veranstaltungen, Stadtfesten und Messen vertreten wird.

Aktuell gibt es eine deutliche Ausdehnung der Anbauflächen gegenüber dem Vorjahr, landesweit wird sogar die größte Anbaufläche seit 1991 erfasst. In Brandenburg produzieren 99 Gartenbaubetriebe Spargel auf insgesamt 4.873 Hektar (2017). Davon stehen 3.881 Hektar tatsächlich im Ertrag (2015: 3.345 Hektar). Mit 71 Prozent an der gesamten Gemüseanbaufläche ist Spargel in Brandenburg die bedeutendste Kultur in diesem Produktionsbereich.

Über die größte Anbaukonzentration verfügt mit 2.568 Hektar (2016) der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Hier sind, insbesondere rund um Beelitz, auf Spargel spezialisierte Betriebe konzentriert. Zirka 30 große und kleine Betriebe bauen in der Region dieses Edelgemüse an. Insgesamt stehen hier allein 4.000 Hektar Spargelfläche stehen in der Produktion, also 90 Prozent der gesamten Spargelanbaufläche das Landes. Bundesweit wird nur noch in Niedersachsen mit 6.188 Hektar mehr Spargel angebaut. Der durchschnittliche Ertrag des Jahres 2017 lag bei 56,6 Dezitonnen je Hektar und damit knapp über dem deutschen Durchschnittsertrag von 56,4 Dezitonnen je Hektar. Damit war 2017 ein gutes Ertragsjahr, denn der Wert liegt über dem Mittel der letzten sechs Jahre (55,5 Dezitonnen je Hektar). Der Gesamtertrag wird für das Vorjahr mit 22.000 Tonnen angegeben, die größte Erntemenge seit 1991. Die Einkaufsmenge Spargel betrug knapp 2,2 Kilogramm je Haushalt. 84 Prozent des in Deutschland verkauften Spargels stammt aus inländischer Produktion. Die wichtigsten drei Absatzwege bei Spargel sind Discounter (26,1 Prozent), Erzeuger (20 Prozent) und Wochenmärkte (15,8 Prozent).

Text: TSB; MLUL Brandenburg/ Foto: Pixabay