Klasse statt Masse: Volksbegehren gegen Massentierhaltung

Mehr als 100.000 Brandenburger Bürger haben mit ihrer Stimme das Volksbegehren gegen Massentierhaltung des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg unterstützt. Die meisten Unterstützer kamen dabei aus der Landeshauptstadt Potsdam und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Der Brandenburgische Landtag hat in seinem Beschluss mit großer Mehrheit die Landesregierung unter anderem dazu aufgefordert, bis Ende 2017 einen Tierschutzplan für das Land Brandenburg zu erarbeiten.

Nun fand in Groß Kreutz die Auftaktveranstaltung zum Tierschutzplan Brandenburg statt. „Wir brauchen eine grundsätzliche Diskussion darüber, was Landwirtschaft leisten soll und was die Gesellschaft dafür bereit ist, zu zahlen“, sagt Michael Wimmer vom Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg. „Und dafür müssen wir vieles grundlegend infrage stellen, ansonsten kommen wir nicht weiter.“

Der Tierschutzplan soll ein Maßnahmenprogramm für die Nutztierhaltung zur Optimierung der Haltungsbedingungen hinsichtlich des Tierwohls aufstellen. Er soll beim Aufbau von Demonstrationsbetrieben helfen und einen gänzlichen Verzicht auf das Kupieren von Schwänzen und Schnäbeln in der Nutztierhaltung festschreiben. Damit kämpft das Aktionsbündnis nicht „gegen die Landwirte“, wie Wimmer betont, sondern „gegen die Rahmenbedingungen, die bisher von der Politik gesetzt wurden“.

Ziel ist, bei der Erarbeitung des Plans auch den Berufsstand der Landwirte mit einzubinden. Denn „die Lösungen müssen in der Praxis umsetzbar sein“, so Dr. Simon ­Harnisch vom Landesbauernverband Brandenburg.

Die Landesregierung unterstützt Investitionen ins Tierwohl, da fast 40.000 Brandenburger in Agrarbetrieben ihr Auskommen haben.

Im Januar soll über die fachliche Besetzung der  Arbeitsgruppen Geflügel, Schwein, Rind, Pferd und Arzneimitteleinsatz/Umweltwirkung entscheiden werden. Weitere Infos unter www.tierschutzplan-brandenburg.de abrufbar.

Text: pi; Foto: pixabay